Der Tag der Handelsmarine wird in Großbritannien jedes Jahr am 3. September begangen. Er erinnert an die Männer und Frauen, die in der britischen Handelsmarine ihren Dienst taten und dabei nicht selten ihr Leben riskierten. Die Handelsmarine spielte in beiden Weltkriegen eine entscheidende Rolle, da sie für den Transport von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Truppen verantwortlich war. Ohne ihre Arbeit wäre die Versorgung der Insel kaum möglich gewesen. Doch gerade diese Aufgabe machte die Schiffe und ihre Besatzungen zu einem bevorzugten Ziel feindlicher Angriffe. Besonders U-Boote stellten eine ständige Gefahr dar, sodass zehntausende Seeleute in den Kriegen auf den Ozeanen ihr Leben verloren.
Der Gedenktag wurde im Jahr 2000 offiziell eingeführt. Ziel war es, die Leistungen und Opfer der Handelsmarine stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. In vielen Städten wird an diesem Tag die rote Handelsflagge, der sogenannte Red Ensign, gehisst. Dieses Symbol soll nicht nur die Erinnerung an die Vergangenheit wachhalten, sondern zugleich zeigen, dass die zivile Seefahrt auch in der Gegenwart von großer Bedeutung ist. Noch immer ist sie für ein Land wie Großbritannien, das in erheblichem Maße auf Importe angewiesen ist, eine tragende Säule der Wirtschaft. Rund neunzig Prozent des britischen Außenhandels erfolgen über den Seeweg.
Der Tag der Handelsmarine ist damit nicht nur ein stiller Moment des Gedenkens, sondern auch eine Mahnung, die heutige Arbeit der Seeleute zu würdigen. Ohne sie würden die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs und der internationale Handel nicht funktionieren. Durch den Gedenktag wird zugleich daran erinnert, dass die Arbeit auf See mit erheblichen Risiken verbunden ist, auch wenn moderne Technik und internationale Sicherheitsvorschriften vieles verbessert haben.
Der 3. September wurde nicht zufällig gewählt. Am 3. September 1939, unmittelbar nach Kriegsausbruch, sank der britische Passagierdampfer SS Athenia durch einen deutschen U-Boot-Angriff. Mehr als hundert Menschen kamen ums Leben. Dieses Ereignis gilt als das erste große zivile Opfer des Zweiten Weltkriegs auf See und markiert damit einen Wendepunkt, der die Bedeutung der Handelsmarine unterstreicht.

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