Der Welttag der Thrombose (World Thrombosis Day) wird jedes Jahr am 13. Oktober begangen. Das Datum erinnert an den Geburtstag von Rudolf Virchow, dem deutschen Arzt und Pathologen, der im 19. Jahrhundert den Begriff „Thrombose“ prägte und die Grundlagen der modernen Gefäßmedizin legte. Ziel dieses Tages ist es, das Bewusstsein für eine Krankheit zu schärfen, die oft übersehen wird, obwohl sie zu den häufigsten und gefährlichsten Kreislauferkrankungen weltweit zählt.
Unter einer Thrombose versteht man die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Gefäß, das den Blutfluss behindert oder ganz blockiert. Am bekanntesten sind Venenthrombosen, vor allem in den Beinen, die sich zu einer Lungenembolie entwickeln können, wenn sich das Gerinnsel löst und in die Lunge wandert. Nach Angaben der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH), die den Welttag 2014 ins Leben gerufen hat, erkranken jährlich weltweit rund zehn Millionen Menschen an einer venösen Thromboembolie. In Europa sterben Schätzungen zufolge bis zu 500.000 Menschen pro Jahr an ihren Folgen; in Deutschland liegt die Zahl der Todesfälle bei etwa 100.000. Damit fordert die Thrombose mehr Opfer als Brustkrebs, Prostatakrebs und Verkehrsunfälle zusammen.
Die Risikofaktoren sind vielfältig: langes Sitzen oder Liegen, Operationen, Verletzungen, Schwangerschaft, hormonelle Verhütung, bestimmte Tumorerkrankungen sowie genetische Veranlagung. Auch lange Flugreisen und Bewegungsmangel erhöhen die Gefahr. Typische Warnzeichen wie Schwellungen, Schmerzen oder Überwärmung eines Beins werden jedoch häufig ignoriert oder verharmlost.
Der Welttag der Thrombose will über diese Risiken aufklären und zur Vorbeugung ermutigen. Bewegung, ausreichendes Trinken und das Vermeiden von langem Sitzen gelten als einfache, aber wirksame Schutzmaßnahmen. Für Risikopatienten ist die ärztliche Beratung zur medikamentösen Prophylaxe entscheidend.
In Kliniken und Praxen weltweit wird der Tag mit Informationsveranstaltungen, Vorträgen und Aufklärungskampagnen begangen. Auch deutsche Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Angiologie und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie beteiligen sich daran. Ihr gemeinsames Ziel: Thrombosen früher erkennen, besser behandeln und möglichst verhindern. Denn eine rechtzeitig entdeckte Thrombose ist in den meisten Fällen gut behandelbar.

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