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7. November 1913 – Geburtstag Albert Camus

Heute hätte Albert Camus, der französische Schriftsteller, Philosoph und Nobelpreisträger, seinen Geburtstag gefeiert. Sein Werk und sein Engagement für die Menschenrechte sind bis heute aktuell und inspirierend.

Heute hätte Albert Camus, der französische Schriftsteller, Philosoph und Nobelpreisträger, seinen Geburtstag gefeiert. Sein Werk und sein Engagement für die Menschenrechte sind bis heute aktuell und inspirierend.

Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi im heutigen Algerien geboren. Nach dem Tod seines Vaters im Ersten Weltkrieg wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Mutter, eine analphabetische und hörbehinderte Frau, arbeitete als Putzkraft und in einer Fabrik. Dank eines Stipendiums konnte Camus das Gymnasium besuchen und später Philosophie an der Universität von Algier studieren. Schon in jungen Jahren erkrankte er an Tuberkulose, die ihn zeitlebens begleitete.

Früh begann Camus, sich politisch und künstlerisch zu engagieren. Er gründete Theatergruppen, schloss sich der Arbeiterbewegung an und arbeitete als Journalist. Er kritisierte die französische Kolonialherrschaft in Algerien und setzte sich für die Rechte der arabischen Bevölkerung ein. Eine Zeit lang war er Mitglied der Kommunistischen Partei, trat jedoch wieder aus, als ihm deren autoritäre Tendenzen bewusst wurden.

Während des Zweiten Weltkriegs schloss sich Camus der französischen Résistance an. Als Chefredakteur der Untergrundzeitung Combat kämpfte er mit seinen Worten für die Befreiung Frankreichs und für ein erneuertes, demokratisches Europa. In dieser Zeit lernte er Jean-Paul Sartre kennen, mit dem ihn zunächst eine enge Freundschaft verband, die später jedoch an philosophischen und politischen Differenzen zerbrach.

1942 erschien sein erster Roman Der Fremde, der rasch zu einem Klassiker der Weltliteratur wurde. Er erzählt die Geschichte eines Mannes, der scheinbar ohne Motiv einen Araber tötet und dafür zum Tode verurteilt wird. Camus schildert darin die Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins und die Entfremdung des Einzelnen in einer gleichgültigen Welt. Im selben Jahr veröffentlichte er den Essay Der Mythos von Sisyphos, in dem er seine Philosophie des Absurden entwirft. Das Absurde beschreibt er als Widerspruch zwischen dem menschlichen Streben nach Sinn und einer sinnleeren Welt. Die entscheidende Frage, ob das Leben angesichts dieser Erkenntnis noch lebenswert sei, beantwortet Camus mit einem klaren Ja. Er fordert eine Haltung der Revolte, Leidenschaft und Solidarität, die dem Leben trotz seiner Sinnlosigkeit Bedeutung verleiht.

Mit Die Pest, erschienen 1947, erzählte Camus die Geschichte einer Stadt, die von einer Seuche heimgesucht wird. Der Roman ist zugleich eine Parabel auf die deutsche Besatzung Frankreichs und eine Reflexion über menschliches Verhalten in Extremsituationen. Camus zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf das Leid reagieren; mit Flucht, Gleichgültigkeit oder Engagement. Er stellt die Frage nach moralischem Handeln und findet seine Antwort in der Menschlichkeit und Verantwortung gegenüber anderen.

In Der Mensch in der Revolte (1951) weitete Camus seine Gedanken zu einer umfassenden Kritik an den totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts aus. Er untersuchte die geistigen Wurzeln von Terror, Stalinismus und Faschismus und warnte vor der Verabsolutierung von Ideen, die Gewalt rechtfertigen. Stattdessen plädierte er für eine gemäßigte, humanistische Revolte, die die Würde und die Grenzen des Menschen achtet.

1957 erhielt Camus den Nobelpreis für Literatur. In seiner Dankesrede beschrieb er den Schriftsteller als Zeugen seiner Zeit, der die Wahrheit sagen und sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen müsse. Zugleich sei der Schriftsteller ein Künstler, der die Schönheit und Vielschichtigkeit der Welt sichtbar mache.

Am 4. Januar 1960 kam Albert Camus bei einem Autounfall nahe Villeblevin in Frankreich ums Leben. Er war auf dem Weg nach Paris, um seine Familie zu besuchen. In seinem Nachlass fand sich das unvollendete Manuskript Der erste Mensch, ein autobiografischer Roman über seine Kindheit in Algerien, der erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde.

Albert Camus war ein Denker, der sich keiner Kategorie unterordnen ließ. Er stellte Fragen, wo andere Antworten gaben, und blieb der Idee des Humanismus verpflichtet. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität waren für ihn nicht abstrakte Begriffe, sondern Haltung und Auftrag zugleich. Er suchte die Wahrheit in der Erfahrung des Lebens selbst und fand darin seine Form des Widerstands gegen das Absurde. Seine Werke haben Generationen von Lesern geprägt und gehören bis heute zu den eindrucksvollsten Zeugnissen menschlicher Selbstbehauptung.

Bild: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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