Kalender

18. November 1996 – Deutsche Telekom geht an die Börse

Die Deutsche Telekom AG, der größte Telekommunikationsanbieter Europas, hat am 18. November 1996 den Börsengang seiner Aktien vollzogen.

Die Deutsche Telekom AG, der größte Telekommunikationsanbieter Europas, hat am 18. November 1996 den Börsengang seiner Aktien vollzogen. Die Telekom Aktie, auch T-Aktie genannt, wurde mit einem Ausgabepreis von 14,57 Euro je Stück an den Börsen in Frankfurt, London, New York und Tokio gehandelt. Damit war die Telekom Aktie die teuerste Neuemission in der deutschen Börsengeschichte.

Die Nachfrage nach der Telekom Aktie war enorm. Rund 1,9 Millionen Privatanleger hatten Zeichnungsaufträge für insgesamt 630 Millionen Aktien abgegeben, was einer Überzeichnung von mehr als dem 13-fachen entspricht. Die Telekom hatte ursprünglich nur 100 Millionen Aktien für Privatanleger reserviert, erhöhte diese Zahl aber auf 174 Millionen, um die hohe Nachfrage zu befriedigen. Die restlichen 226 Millionen Aktien wurden institutionellen Investoren zugeteilt.

Die Telekom Aktie startete mit einem Kurs von 16,10 Euro, was einem Aufschlag von 10,5 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis entspricht. Im Tagesverlauf stieg der Kurs auf bis zu 17,40 Euro, bevor er auf 16,80 Euro schloss. Damit lag die Telekom Aktie am ersten Handelstag um 15,3 Prozent über dem Ausgabepreis. Die Telekom erzielte einen Emissionserlös von rund 10,6 Milliarden Euro, was die Telekom Aktie zum größten Börsengang in Europa und zum zweitgrößten weltweit nach dem des chinesischen Internetriesen Alibaba im Jahr 2014 macht.

Die Telekom Aktie gilt als Volksaktie, da sie vielen Deutschen den Einstieg in die Aktienwelt ermöglicht hat. Die Telekom hatte eine umfangreiche Werbekampagne für die Telekom Aktie gestartet, die unter anderem den Slogan “Die Aktie. Ein Stück Deutschland” verwendete.

Die Telekom Aktie war nicht nur ein Erfolg, sondern auch ein Drama für viele Anleger. Viele Menschen hatten sich von der Werbekampagne und dem Volksaktien-Image der Telekom verführen lassen und ihre Ersparnisse in die T-Aktie gesteckt. Sie hofften auf eine sichere und lukrative Geldanlage, die ihnen eine hohe Rendite und eine stabile Altersvorsorge bringen würde. Doch diese Hoffnung wurde bitter enttäuscht. Die Telekom Aktie stürzte nach ihrem Höchststand von 104,90 Euro im März 2000 ab und verlor bis zu 95 Prozent ihres Wertes. Die Gründe dafür waren vielfältig: die teure Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream, die hohe Verschuldung durch den Kauf von UMTS-Lizenzen, die Konkurrenz durch Billiganbieter, die Bilanzskandale und die schlechte Kommunikation mit den Aktionären.

Viele Telekom-Aktionäre fühlten sich betrogen und verklagten die Telekom auf Schadensersatz. Einige von ihnen begingen sogar Selbstmord aus Verzweiflung. Die Telekom Aktie wurde zum Symbol für den Niedergang des Neuen Marktes und für das Scheitern der Aktienkultur in Deutschland.

In den letzten Jahren hat sich die Lage der Telekom jedoch wieder deutlich verbessert. Der Konzern hat seine Kostenstrukturen optimiert und seine Investitionen in den Ausbau des Mobilfunknetzes und der Glasfaserinfrastruktur verstärkt. Außerdem hat die Telekom neue Geschäftsfelder wie Cloud-Computing und Internet-of-Things erschlossen.

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken