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19. November 2002 – weltweit erstes Mathematikmuseum eröffnet in Gießen

Am 19. November 2002 wurde in der mittelhessischen Universitätsstadt Gießen das weltweit erste Mathematikmuseum, das Mathematikum, feierlich eröffnet.

Am 19. November 2002 wurde in der mittelhessischen Universitätsstadt Gießen das weltweit erste Mathematikmuseum, das Mathematikum, feierlich eröffnet. Mit diesem besonderen Projekt gelang es, die oft als trocken und abstrakt wahrgenommene Welt der Mathematik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Mehr als zwei Jahrzehnte später zeigt sich: Das Mathematikum hat die Art und Weise, wie Mathematik erlebt und vermittelt wird, nachhaltig verändert.

Das Mathematikum, gegründet von Albrecht Beutelspacher, Professor für Mathematik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, verfolgt einen völlig neuen Ansatz: Mathematik soll nicht nur verstanden, sondern erlebt werden. Mit mehr als 200 interaktiven Exponaten lädt das Museum dazu ein, mathematische Konzepte spielerisch zu entdecken. Ob Puzzles, Spiegelungen, Knobelaufgaben oder physikalisch-mathematische Experimente; die Ausstellung richtet sich an Menschen jeden Alters und Wissensstands.

Von Anfang an übertraf die Resonanz alle Erwartungen. Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung verzeichnete das Mathematikum über 150.000 Besucher; weit mehr, als die Organisatoren prognostiziert hatten. Heute, über 20 Jahre später, zählt das Mathematikum zu den bedeutendsten Wissenschaftsmuseen Deutschlands. Es hat sich nicht nur als touristisches Highlight für die Region Mittelhessen etabliert, sondern auch als wertvolle Ressource für Schulen und Bildungseinrichtungen.

Lehrer nutzen das Museum, um den Unterricht praxisnah zu ergänzen. „Mathematik wird bei uns lebendig“, erklärt eine Lehrerin aus Frankfurt, die regelmäßig mit ihren Klassen das Mathematikum besucht. Für viele Schülerinnen und Schüler sei der Besuch ein Schlüsselerlebnis: „Plötzlich macht Mathematik Spaß und ist nicht mehr nur trockene Theorie.“

Das Mathematikum hat dazu beigetragen, das Image der Mathematik grundlegend zu verbessern. Es zeigt, dass Mathematik mehr ist als Formeln und Zahlen; sie steckt in Kunst, Musik, Natur und Technik. Diese Botschaft ist inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinausgetragen worden. Das Mathematikum diente als Vorbild für ähnliche Projekte weltweit, etwa in den USA, Frankreich und Japan.

Die interaktive und inklusive Herangehensweise des Museums hat zudem dazu beigetragen, Berührungsängste abzubauen. Für Kinder, die früh lernen, dass Mathematik spannend und alltagsrelevant sein kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, später Interesse an MINT-Berufen zu entwickeln. Dies ist angesichts des Fachkräftemangels in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen von großer Bedeutung.

Das Mathematikum ruht sich nicht auf seinen Erfolgen aus. Regelmäßige Sonderausstellungen, Erweiterungen und digitale Angebote sorgen dafür, dass das Museum stets auf dem neuesten Stand bleibt. So wurde zuletzt ein virtueller Rundgang entwickelt, der es Menschen weltweit ermöglicht, die Exponate interaktiv zu erleben.

Für Albrecht Beutelspacher, der 2021 in den Ruhestand ging, bleibt das Mathematikum ein Herzensprojekt: „Unser Ziel war es, Mathematik greifbar zu machen. Dass wir damit so viele Menschen erreichen, ist eine große Freude.“

Das Mathematikum hat bewiesen, dass Mathematik kein Nischenthema bleiben muss. Es ist ein Ort, der die Neugier weckt, Kreativität fördert und zeigt, dass Wissenschaft und Freude Hand in Hand gehen können. Am 19. November 2002 begann eine neue Ära; und die Erfolgsgeschichte des Mathematikums inspiriert bis heute.

Bild: Mathematikum/Rolf K. Wegst | All Rights Reserved
Bild: Mathematikum/Rolf K. Wegst

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  • Mathematikum_Gebaude Bild Mathematikum Rolf K. Wegst crop: Mathematikum/Rolf K. Wegst | All Rights Reserved
  • Kaesefondue-Kulinarik-Mahlzeit-Essen: Canva | Canva

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