Am 31. Dezember 1472 erließ die Stadtverwaltung von Amsterdam ein ungewöhnliches Gesetz: Das Werfen von Schneebällen wurde verboten. Dieses Verbot galt für alle Männer, Frauen und Mädchen, nur kleine Jungen waren ausgenommen.
Die Niederländer sind bekannt für ihre Liebe zum Wintersport, vor allem zum Schlittschuhlaufen. Doch auch Schneeballschlachten gehörten zu ihrem Vergnügen, wie zahlreiche Gemälde aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zeigen. Doch im Jahr 1472 scheint es zu einigen Zwischenfällen gekommen zu sein, die die Stadtverwaltung veranlassten, das Schneeballwerfen zu verbieten. Die genauen Umstände sind nicht überliefert, aber es wird vermutet, dass es zu Verletzungen, Sachschäden oder gar Todesfällen gekommen sein könnte. Vielleicht waren die Schneebälle auch mit Steinen oder Eis gefüllt, um mehr Schaden anzurichten.
Wie auch immer der Anlass war, das Verbot stieß auf wenig Gegenliebe bei den Bewohnern von Amsterdam, die sich gerne im Schnee austobten. Das Gesetz wurde daher oft ignoriert oder umgangen, indem man sich außerhalb der Stadtgrenzen traf oder nur kleine Jungen schickte, die noch werfen durften. Das Verbot wurde auch nicht streng kontrolliert oder bestraft, so dass es bald in Vergessenheit geriet. Es ist nicht bekannt, wann es offiziell aufgehoben wurde, aber spätestens im 17. Jahrhundert war es kein Thema mehr.
Heute kann man sich kaum vorstellen, dass das Schneeballwerfen einmal verboten war. Es gilt als harmloser und lustiger Zeitvertreib, der Jung und Alt verbindet. Natürlich sollte man dabei immer auf die Sicherheit und das Wohlbefinden anderer achten, aber das gilt für jede Form von Spiel und Sport. Schneeballschlachten sind ein Teil der niederländischen Kultur und Tradition, die hoffentlich noch lange erhalten bleibt.
