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17. Januar 1932 – Beginn der Nummerierung von Fernstraßen

Am 17. Januar 1932 begann im Deutschen Reich ein Projekt, das die Orientierung auf den Straßen revolutionieren sollte: Die Nummerierung der wichtigsten Fernverkehrsstraßen.

Am 17. Januar 1932 begann im Deutschen Reich ein Projekt, das die Orientierung auf den Straßen revolutionieren sollte: Die Nummerierung der wichtigsten Fernverkehrsstraßen. Ziel war es, ein übersichtliches und einheitliches System zu schaffen, das den Verkehrsteilnehmern die Planung und Durchführung ihrer Fahrten erleichtern sollte.

Die Nummerierung der Fernverkehrsstraßen basierte auf einer einfachen und logischen Regel: Die Straßen wurden nach ihrer geographischen Lage und ihrer Verbindungsrichtung nummeriert. Dabei galt folgende Konvention:

  • Die Straßen mit geraden Nummern verliefen in Ost-West-Richtung, die mit ungeraden Nummern in Nord-Süd-Richtung.
  • Die Straßen mit niedrigen Nummern lagen im Norden und im Westen, die mit hohen Nummern im Süden und im Osten des Reichsgebiets.
  • Die Straßen mit einer Ziffer wurden als Hauptstraßen angesehen, die mit zwei oder mehr Ziffern als Nebenstraßen.

So wurde beispielsweise die Straße von Aachen über Berlin nach Königsberg als Reichsstraße 1 bezeichnet, da sie eine Hauptstraße in Ost-West-Richtung war, die im Westen begann. Die Straße von Flensburg nach Konstanz wurde als Reichsstraße 3 bezeichnet, da sie eine Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung war, die im Norden begann. Die Straße von Berlin nach Dresden wurde als Reichsstraße 96 bezeichnet, da sie eine Nebenstraße in Ost-West-Richtung war, die von einer Hauptstraße (der Reichsstraße 1) abzweigte.

Die Nummerierung der Fernverkehrsstraßen wurde durch gelbe Nummerntafeln mit schwarzer Schrift gekennzeichnet, die an den Straßenrändern oder an den Kreuzungen angebracht wurden. Diese Tafeln sollten den Verkehrsteilnehmern die Orientierung erleichtern und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Fahrtroute anhand der Nummern zu planen.

Die Nummerierung der Fernverkehrsstraßen war ein innovatives und fortschrittliches Projekt, das die Entwicklung des Straßenverkehrs im Deutschen Reich und darüber hinaus beeinflusste. Die Nummerierung ermöglichte eine bessere Organisation und Koordination des Verkehrs, eine einfachere Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmern und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Straßeninfrastruktur.

Die Nummerierung der Fernverkehrsstraßen hatte auch eine langfristige Bedeutung, die bis heute anhält. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das System der Nummerierung in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR im Wesentlichen übernommen, wobei die Bezeichnung “Reichsstraße” durch “Bundesstraße” bzw. “Fernverkehrsstraße” ersetzt wurde. Auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands blieb das System der Nummerierung weitgehend erhalten, wobei einige Anpassungen und Erweiterungen vorgenommen wurden. Die Bundesstraßen sind heute die am höchsten klassifizierten Straßen, die in der Verantwortung des Bundes liegen, und bilden ein wichtiges Element des deutschen Straßennetzes.

Die Nummerierung der Fernverkehrsstraßen war somit ein historisches Ereignis, das die Geschichte und die Gegenwart des Straßenverkehrs in Deutschland prägte. Die Nummerierung war ein Ausdruck von Rationalität, Ordnung und Fortschritt, die das Straßenwesen im 20. Jahrhundert kennzeichneten.

Bild: Bennet Schulte/Wikipedia | CC BY-SA 3.0 Unported
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  • Reichsstrassen_1-10_1937-1945-Bennet-Schulte-Wikipedia-CC3: Bennet Schulte/Wikipedia | CC BY-SA 3.0 Unported

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