Am 24. Januar feiern die Menschen in Cornwall, England, einen ganz besonderen Tag: den Paul Pitcher Tag. Dieser Tag ist nicht nur der Vorabend des Festes der Bekehrung des Apostels Paulus, eines der wichtigsten Ereignisse in der christlichen Geschichte, sondern auch ein Ausdruck der rebellischen und fröhlichen Natur der Cornishmen, die einst als Zinnminenarbeiter und Seefahrer bekannt waren.
Der Brauch des Paul Pitcher Tages geht auf eine alte Tradition zurück, bei der die Minenarbeiter einen Wasserkrug in einem öffentlichen Ort aufstellten und ihn mit Steinen bewarfen, bis er zerbrach. Dann kauften sie einen neuen Krug, füllten ihn mit Bier und tranken ihn im Laufe des Tages aus. Dies war eine Form des Protests gegen die Regel, dass nur Wasser während der Arbeitszeit getrunken werden durfte. Die Jungen zogen auch von Tür zu Tür und warfen Tonscherben in jedes Haus, dessen Tür sie öffnen konnten oder die unbeabsichtigt offen gelassen wurde. Dabei riefen sie “Paul’s Eve, and here’s a heave!” (Pauls Abend, und hier ist ein Wurf!).
Der Paul Pitcher Tag ist also ein Fest der Freiheit, der Freude und der Gemeinschaft, das die Menschen in Cornwall zusammenbringt und an ihre Geschichte und Kultur erinnert. Es ist auch eine Gelegenheit, die Bekehrung des heiligen Paulus zu feiern, der einst ein Verfolger der Christen war, aber nach einer Begegnung mit Jesus Christus zu einem seiner treuesten Anhänger wurde. Die Legende besagt, dass Jesus Christus selbst nach Cornwall kam, zusammen mit seinem Onkel Joseph von Arimathäa, und dort das Christentum begründete.
Der Paul Pitcher Tag ist eine einzigartige und originelle Art, einen wichtigen christlichen Feiertag zu begehen, der die cornische Identität und den Humor widerspiegelt. Er ist auch eine Erinnerung an die Bedeutung der Arbeit, der Solidarität und des Zusammenhalts in einer Welt, die oft von Konflikten und Spaltungen geprägt ist.
