Der Tag der verrückten Perücken (National Big Wig Day) fällt jedes Jahr auf den letzten Freitag im Januar und verbindet auf ungewöhnliche Weise Humor mit einem ernsten Anliegen. Was heute als bunte Mitmachaktion wahrgenommen wird, hat seinen Ursprung in einer privaten Idee, die sich über soziale Netzwerke rasch verbreitete und einen festen Platz im Kalender fand.
Erfunden wurde der Tag im Jahr 2016 vom US-Amerikaner Patty Sharkey. Ausgangspunkt war ein spontanes Foto, das sie nach den Feiertagen mit einer auffälligen Perücke von sich veröffentlichte. Der scherzhafte Gruß zum „National Big Wig Day“ traf offenbar einen Nerv, denn viele Menschen griffen die Idee auf, teilten eigene Bilder und gaben dem Ganzen eine weitergehende Bedeutung. Aus dem zunächst spielerischen Impuls entwickelte sich ein Aktionstag, der bewusst auf den letzten Freitag im Januar gelegt wurde und seither jährlich wiederkehrt.
Von Anfang an war der Tag mehr als ein reiner Spaß. Patty Sharkey verband das Tragen der übertriebenen Perücken mit dem Ziel, Aufmerksamkeit für Menschen zu schaffen, die infolge einer Krebserkrankung oder ihrer Behandlung Haare verloren haben. Die Perücke wurde zum sichtbaren Symbol für Solidarität mit Krebspatienten und zugleich zum Anlass, Spenden für entsprechende Hilfsprojekte zu sammeln. Der Gedanke dahinter ist einfach gehalten: Eine auffällige, humorvolle Geste senkt Hemmschwellen, lädt zum Mitmachen ein und lenkt den Blick auf ein Thema, das sonst oft mit Zurückhaltung oder Sprachlosigkeit verbunden ist.
Heute wird der Tag der verrückten Perücken vor allem über soziale Medien, in Büros, Schulen oder Vereinen aufgegriffen. Menschen setzen bewusst übergroße, bunte oder absurde Perücken auf, machen Fotos und teilen sie, oft verbunden mit einem Spendenaufruf oder einem Hinweis auf Unterstützungsangebote für Betroffene. Die Aktion lebt davon, dass sie leicht zugänglich ist und keine großen Voraussetzungen hat, zugleich aber Raum schafft, um über Krankheit, Unterstützung und Mitgefühl zu sprechen.
Der Tag der verrückten Perücken steht damit exemplarisch für eine moderne Form des Aktionstags. Er ist nicht staatlich initiiert und nicht historisch gewachsen, sondern aus einer persönlichen Idee entstanden, die Humor als Mittel nutzt, um Aufmerksamkeit und Solidarität zu erzeugen. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und ernstem Hintergrund erklärt, warum sich der Tag seit 2016 halten konnte und Jahr für Jahr neue Mitmacher findet.
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