Heute, am 11. Februar, ist der Welttag der Kranken und Leidenden. Es ist ein Tag, an dem die Kirche und die Gesellschaft ihre Solidarität und Nähe zu den Kranken und den Leidenden zum Ausdruck bringen. Er wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt und wird jedes Jahr am 11. Februar gefeiert, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes.
In diesem Jahr hat Papst Franziskus eine Botschaft zum Thema »Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist« veröffentlicht, in der er die Bedeutung der Beziehungen für die Sorge um die Kranken betont. Aber warum ist Lourdes ein besonderer Ort für die Kranken? Was hat es mit der Geschichte der Madonna von Lourdes auf sich? Und welche Wunder sind dort geschehen?
Lourdes ist ein kleines Städtchen in Südwestfrankreich, das weltweit bekannt wurde durch die Erscheinungen der heiligen Bernadette Soubirous. Bernadette war eine 14-jährige Tochter eines verarmten Müllers, die zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli 1858 insgesamt 18 Mal eine wunderschöne Dame in einer Grotte beim Fluss Gave de Pau sah. Die Dame war weiß gekleidet und blau gegürtet und bat Bernadette, für die Sünder zu beten und eine Quelle in der Grotte freizulegen. Das Wasser aus dieser Quelle gilt bis heute als heilkräftig und wird von Millionen von Pilgern getrunken oder zum Baden verwendet.
Die kirchlichen und weltlichen Behörden waren zunächst skeptisch und misstrauisch gegenüber den Erscheinungen und versuchten, Bernadette zu widerlegen oder einzuschüchtern. Erst nach einiger Zeit erkannten sie die Authentizität der Erscheinungen an, vor allem als die Dame sich Bernadette als die Unbefleckte Empfängnis offenbarte – ein theologischer Begriff, der erst kurz zuvor vom Papst dogmatisiert worden war und den Bernadette kaum gekannt haben konnte.
Um die Grotte von Massabielle, in der die Erscheinungen stattfanden, entstand nach und nach ein Heiliger Bezirk mit mehreren großen Kirchen, Kapellen und Plätzen, um die wachsenden Pilgerströme aufzunehmen. In einer Nische über der Grotte steht die bekannte Marienstatue des Bildhauers Joseph-Hugues Fabisch aus dem Jahre 1864, die der Beschreibung der Bernadette entspricht. Die Grotte selbst ist nicht geschmückt, sondern bewahrt ihren ursprünglichen Charakter als Ort der Begegnung zwischen der Mutter Gottes und der einfachen Seherin.
Der Heilige Bezirk ist auch ein Ort der Fürsorge für die Kranken, die in großer Zahl nach Lourdes kommen, um Heilung, Trost oder Gnade zu erbitten. Es gibt ein Krankenhaus für die kranken Pilger, das von Freiwilligen betreut wird, die sich liebevoll um die Bedürfnisse der Kranken kümmern. Es gibt auch verschiedene Sakramente und Segnungen, die den Kranken angeboten werden, wie die Krankensalbung, die Eucharistie oder der Segen mit der Monstranz.
Lourdes ist auch ein Ort der Wunder, die von der Kirche anerkannt oder von den Gläubigen bezeugt werden. Seit 1858 wurden mehr als 7000 unerklärliche Heilungen in Lourdes registriert, von denen 70 offiziell als Wunder anerkannt wurden. Die Wunder betreffen Menschen mit verschiedenen Krankheiten, wie Krebs, Tuberkulose, Blindheit oder Lähmung, die nach dem Kontakt mit dem Lourdeswasser oder dem Gebet zur Madonna von Lourdes geheilt wurden. Die Wunder werden von einer medizinischen Kommission untersucht, die aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen und Glaubensrichtungen besteht, die die wissenschaftliche Erklärbarkeit der Heilungen prüfen.
Die Wunder von Lourdes sind aber nicht nur körperlicher, sondern auch geistiger und seelischer Natur. Viele Pilger berichten von einer tiefen spirituellen Erfahrung, die ihr Leben verändert hat. Sie spüren die Nähe und die Liebe Gottes, die ihnen durch Maria vermittelt wird. Sie finden Frieden, Freude, Hoffnung und Vergebung. Sie entdecken den Sinn ihres Leidens und ihrer Existenz. Sie werden zu Zeugen des Evangeliums und zu Aposteln der Barmherzigkeit.
Der Welttag der Kranken ist eine Gelegenheit, an die Kranken zu denken und ihnen unsere Solidarität und unser Gebet zu schenken. Lourdes ist ein besonderer Ort für die Kranken, weil sie dort die Fürsprache und die Zärtlichkeit der Mutter Gottes erfahren können, die ihnen durch die Erscheinungen der Bernadette Soubirous nahe gekommen ist. Lourdes ist auch ein Ort der Wunder, die die Macht und die Güte Gottes zeigen, der die Kranken heilt, tröstet und erlöst.

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