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22. Februar 2026 – Tag der Fähren

Der Tag der Fähren ist ein sehr junger Aktionstag. Ins Leben gerufen wurde er vom Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik gemeinsam mit seinen Mitgliedern, um Fährreisen sichtbarer zu machen und neue Buchungsimpulse zu setzen.

Der Tag der Fähren ist ein sehr junger Aktionstag. Ins Leben gerufen wurde er vom Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik gemeinsam mit seinen Mitgliedern, um Fährreisen sichtbarer zu machen und neue Buchungsimpulse zu setzen. Premiere ist am 22. Februar 2026; als wiederkehrendes Datum soll dieser Tag künftig jedes Jahr im Kalender stehen.

Warum ausgerechnet der 22. Februar? Der Verband begründet die Terminwahl mit einem historischen Anker, dem Petritag, der in Teilen Europas im Mittelalter als Signal für das Ende der Winterpause in der Schifffahrt galt, also als symbolischer Saisonauftakt für Häfen, Handel und Verkehr. Genau diese Idee, Neustart nach der Winterphase, soll der Tag der Fähren in die Gegenwart übertragen.

Fähren selbst sind viel älter als jeder moderne Aktionstag. Lange bevor Motoren und Schraubenpropeller die Flüsse und Küsten prägten, waren Übersetzen und Fährrechte ein elementarer Teil von Handel, Pilgerwegen und Alltagsmobilität. Häufig lagen Fährstellen dort, wo Straßen auf Wasser trafen und Brücken fehlten oder im Winter zerstört wurden. Aus einfachen Ruderbooten und Kähnen wurden im Lauf der Zeit organisierte Verbindungen mit festen Abfahrten; an vielen Orten wurde die Fähre zum infrastrukturellen Knotenpunkt, oft eng verbunden mit Marktrecht, Zöllen und Hafenbetrieb.

Ein großer Sprung kam im 19. Jahrhundert mit dem Dampfantrieb. Fähren wurden unabhängiger von Wind und Strömung, konnten größere Lasten tragen und regelmäßiger verkehren. In stark wachsenden Hafenstädten entstanden früh doppelseitige Fähren, die ohne Wenden anlegen konnten und damit schnelle Taktverbindungen ermöglichten. Parallel entwickelten sich Eisenbahnfähren und später RoRo Konzepte, bei denen Fahrzeuge oder Waggons direkt auf das Schiff rollen; die Grundidee, Umladen zu vermeiden, prägt den Fährverkehr bis heute.

Im 20. Jahrhundert wurde die Fähre endgültig zum Massenverkehrsmittel. Mit der Verbreitung des Autos entstanden Autofähren und später große RoPax Schiffe, die Fahrzeugdecks mit Passagierbereichen kombinieren und vielerorts eine schwimmende Verlängerung der Fernstraßen bilden. Gleichzeitig wuchsen Hochgeschwindigkeitsfähren als Alternative zu kurzen Flugstrecken. Die Technik brachte jedoch auch neue Risiken; schwere Unglücke führten zu strengeren internationalen Sicherheitsvorschriften, besonders für RoRo Passagierschiffe.

Ein Blick auf Zahlen zeigt, warum die Branche für einen eigenen Tag wirbt. Weltweit nutzen jährlich mehrere Milliarden Menschen Fähren; Schätzungen gehen von über vier Milliarden Passagieren pro Jahr aus. Dazu kommen mehrere hundert Millionen transportierte Fahrzeuge. Insgesamt umfasst die globale Flotte weit über zehntausend Einheiten. Ökonomische Studien schreiben dem Fährverkehr weltweit einen Beitrag von rund 60 Milliarden US Dollar zur Wirtschaftsleistung zu und verbinden ihn mit über einer Million Arbeitsplätzen. Die Fähre ist damit nicht nur touristische Kulisse, sondern ein grundlegender Baustein der Mobilität für Inseln, Küstenregionen und den grenzüberschreitenden Verkehr.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
Bild: Werner Niedermeier

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