Am 26. Februar 1991 stellte der britische Physiker Tim Berners-Lee am europäischen Kernforschungszentrum CERN den ersten Webbrowser vor. Er nannte ihn WorldWideWeb, später umbenannt in Nexus, um ihn vom World Wide Web zu unterscheiden. Das war der Beginn einer neuen Ära der Informations- und Kommunikationstechnologie, die unser Leben bis heute prägt.
Der erste Webbrowser war eine Anwendung, die es erlaubte, Dokumente mit Text, Bildern und Hyperlinks auf einem Computerbildschirm anzuzeigen. Diese Dokumente wurden über das Internet von einem Webserver abgerufen, der sie in einem Format namens HTML (Hypertext Markup Language) bereitstellte. Der Webbrowser war zugleich ein Webeditor, mit dem Berners-Lee seine eigenen Webseiten erstellen und bearbeiten konnte.
Berners-Lee hatte die Idee für das World Wide Web bereits 1989, als er nach einer Möglichkeit suchte, die wissenschaftlichen Informationen am CERN besser zu organisieren und zu vernetzen. Er kombinierte dafür Konzepte wie Hypertext, Internet und Domain Name System. Sein Ziel war es, eine universelle Plattform für den Austausch von Wissen zu schaffen, die für alle zugänglich und erweiterbar war.
Der erste Webbrowser war jedoch nur für das Betriebssystem NeXTStep verfügbar, das auf den Computern von NeXT lief, einer Firma, die von Steve Jobs gegründet wurde. Um das Web populärer zu machen, mussten andere Webbrowser für andere Betriebssysteme und Plattformen entwickelt werden. Das geschah in den folgenden Jahren, als andere Projekte wie Mosaic, Netscape, Internet Explorer, Firefox, Chrome und viele mehr entstanden.
Heute ist das World Wide Web aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es hat die Art und Weise, wie wir kommunizieren, lernen, arbeiten, spielen, einkaufen, uns informieren und vieles mehr verändert. Es hat auch neue Möglichkeiten für Kreativität, Innovation, Partizipation und Demokratie eröffnet. Gleichzeitig bringt es auch Herausforderungen wie Datenschutz, Sicherheit, Desinformation, Hassrede und digitale Spaltung mit sich.
Der erste Webbrowser war also der Funke, der eine digitale Revolution auslöste, die noch lange nicht zu Ende ist. Tim Berners-Lee selbst ist weiterhin aktiv an der Entwicklung und Verbesserung des Webs beteiligt. Er hat die World Wide Web Foundation gegründet, die sich für ein offenes, freies und gerechtes Web für alle einsetzt. Er arbeitet auch an einem Projekt namens Solid, das die Kontrolle über die eigenen Daten zurückgeben soll.
Zum Jubiläum des ersten Webbrowsers können wir uns fragen, wie das Web unser Leben beeinflusst hat und wie wir es gestalten wollen. Wie Berners-Lee einmal sagte: “Das Web ist, was wir daraus machen.”
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