Am 27. Februar feiert Rainhard Fendrich seinen Geburtstag. Der Wiener Musiker, Liedermacher und Schauspieler prägte die Musiklandschaft Österreichs wie kaum ein anderer und gilt als eine der Schlüsselfiguren des Austropop. Mit seinen kritischen, aber auch humorvollen Texten und eingängigen Melodien begeistert er seit Jahrzehnten ein breites Publikum.
Rainhard Fendrich wurde 1955 im Wiener Bezirk Alsergrund geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine Eltern, ein Maschinenbauingenieur und ein ehemaliges Model, hatten nur wenig Zeit für ihn, was seine Jugendzeit prägte. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Musik und trat in seiner Jugend in verschiedenen Bands auf. Nach einem kurzen Versuch, Germanistik und Kunstgeschichte zu studieren, entschied er sich für eine künstlerische Laufbahn.
Seine ersten Schritte in der Unterhaltungsbranche machte Fendrich in den 1980er-Jahren als Theaterschauspieler. Er spielte unter anderem im Theater an der Wien, wo er erste Erfolge feierte. Doch es war die Musik, die ihn nachhaltig bekannt machte. Sein Durchbruch gelang ihm 1981 mit dem Song „Strada del Sole“, der sich schnell zu einem Hit entwickelte. Bald darauf folgten weitere erfolgreiche Titel wie „Schickeria“ und „Es lebe der Sport“, die ihn in ganz Österreich populär machten.
Der große Durchbruch im deutschsprachigen Raum gelang ihm 1988 mit „Macho, Macho“, einem Song, der nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland an die Spitze der Charts kletterte. Die ironische Abrechnung mit Männerklischees traf den Nerv der Zeit und machte Fendrich weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt.
Neben seiner Musikkarriere war er auch als Moderator tätig. Von 1993 bis 1997 präsentierte er die beliebte Fernsehsendung „Herzblatt“, in der er mit seinem Wiener Charme und Humor das Publikum begeisterte. Doch seine wahre Leidenschaft blieb die Musik.
1997 schloss er sich mit seinen Kollegen Wolfgang Ambros und Georg Danzer zur Band „Austria 3“ zusammen. Das Trio brachte unvergessliche Konzerte auf die Bühnen und interpretierte die größten Hits des Austropop neu. Nach dem Tod von Georg Danzer im Jahr 2007 endete das Projekt, doch Fendrich setzte seine Solokarriere unbeirrt fort.
Ein Markenzeichen seiner Lieder ist die gesellschaftskritische Note. In Songs wie „I Am from Austria“ oder „Tango Korrupti“ kommentiert er Missstände und politische Entwicklungen in Österreich und darüber hinaus. Besonders „I Am from Austria“ entwickelte sich zu einer inoffiziellen Hymne seines Heimatlandes und wird bis heute bei großen Sportereignissen gespielt.
Doch Fendrich kann auch nachdenklich und melancholisch sein. Balladen wie „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“ zeigen seine emotionale Seite und berühren Menschen seit Jahrzehnten. Seine Musik ist oft eine Mischung aus Humor, Ironie und Tiefgang; eine Kombination, die ihn so einzigartig macht.
Trotz seines Alters ist er voller Energie und Tatendrang. In Interviews betont er, dass er sich weiterhin musikalisch ausdrücken möchte, solange ihn die Inspiration begleitet. „Musik ist meine Art, die Welt zu verarbeiten. Solange ich Geschichten zu erzählen habe, werde ich nicht aufhören“, sagte er kürzlich in einem Interview.
Rainhard Fendrich hat die österreichische Musikgeschichte geprägt und Generationen von Fans begeistert. Seine Lieder sind mehr als nur Unterhaltung; sie sind ein Spiegel der Gesellschaft, voller Witz, Kritik und Emotionen.
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