Am 28. Februar ist es wieder soweit: Der Scouse-Tag findet statt, eine jährliche Feier der Stadt Liverpool und ihrer kulinarischen Spezialität, dem Scouse. Scouse ist ein herzhafter Eintopf aus Fleisch oder Gemüse, der seinen Ursprung in der Seefahrt hat und zum Symbol der Stadt und ihrer Bewohner, den Scousern, geworden ist.
Der Scouse-Tag wurde Laura Worthington ins Leben gerufen, die als Kuchenbäcker bekannt war und jedes Jahr am Geburtstag ihres Freundes Graham Hughes, einem Weltreisenden, einen Scouse-Abend veranstaltete. Als Hughes 2008 das Land verließ, beschloss Worthington, die Tradition fortzuführen und zu erweitern. Seitdem hat sich der Scouse-Tag zu einem stadtweiten Ereignis entwickelt, bei dem über 100 Bars, Cafés und Restaurants in Liverpool und auf der ganzen Welt Scouse auf die Speisekarte setzen.
Der Scouse-Tag ist aber mehr als nur ein kulinarisches Fest. Er ist auch eine Gelegenheit, die Musik, Kunst und Kultur Liverpools zu würdigen und zu unterstützen. So gibt es zum Beispiel einen jährlichen Scouse-Off-Wettbewerb, bei dem Prominente aus Liverpool den besten Scouse-Koch küren, einen Cocktail-Wettbewerb, und verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie eine Beatles-Sing-a-long im Palm House oder eine gemeinsame Lesung im Mansion House mit Werken von Liverpooler Autoren und Dichtern.
Der Scouse-Tag hat auch eine soziale Komponente, denn er dient dazu, Geld und Bewusstsein für lokale Wohltätigkeitsorganisationen wie R Charity, The Whitechapel Centre, Clatterbridge Cancer Centre, und Paper Cup zu sammeln und den Obdachlosen der Stadt warme und nahrhafte Mahlzeiten zu bieten. Im Jahr 2018 spendete Virgin Trains 100 Schüsseln Scouse an das Whitechapel Centre, eine Obdachlosenhilfe in Liverpool.
Der Scouse-Tag ist also eine schöne Möglichkeit, die Stadt Liverpool, ihre Menschen und ihre Traditionen zu feiern und zu unterstützen. Denn wie der Liverpooler Schriftsteller und Poet Roger McGough in seinem humorvollen Gedicht über den Tag schrieb: “Scouse is more than just a stew / It’s a way of life, a point of view”.
