Am 4. März hätte Chris Rea seinen Geburtstag gefeiert. Der britische Sänger, Songwriter und Gitarrist prägte über Jahrzehnte hinweg den europäischen Bluesrock mit seiner markanten, rauchigen Stimme und seinem unverwechselbaren Slide-Gitarrenspiel. Besonders seine atmosphärischen Songs über Reisen, Sehnsucht und die Weite der Straße machten ihn weltweit bekannt. Chris Rea starb am 22. Dezember 2025 im Alter von 74 Jahren nach kurzer Krankheit in einem Krankenhaus in England.
Christopher Anton Rea wurde am 4. März 1951 in Middlesbrough im Nordosten Englands geboren. Seine Familie hatte italienische Wurzeln und betrieb in der Industriestadt mehrere Eiscafés. Musik spielte in seiner Jugend zunächst keine zentrale Rolle. Erst mit Anfang zwanzig begann er ernsthaft Gitarre zu spielen, nachdem ihn der Bluesmusiker Joe Walsh und andere Vertreter des amerikanischen Bluesrock inspiriert hatten. Diese späte Hinwendung zur Musik prägte seine Haltung als Künstler; Rea verstand sich weniger als Popstar denn als Handwerker, der Songs schreibt und sie mit der Gitarre erzählt.
Seine professionelle Karriere begann Mitte der 1970er Jahre. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1978 mit dem Song „Fool (If You Think It’s Over)“. Die Ballade wurde ein großer Hit in den USA und brachte ihm eine Grammy-Nominierung als bester neuer Künstler ein. In Großbritannien dauerte es länger, bis sich ein vergleichbarer Erfolg einstellte. Dafür entwickelte sich Rea auf dem europäischen Kontinent zu einem äußerst populären Musiker, der besonders in Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien ein treues Publikum gewann.
Den Höhepunkt seiner kommerziellen Karriere erreichte er Ende der 1980er Jahre. Das Album „The Road to Hell“ erschien 1989 und wurde zu seinem größten Erfolg. Die Mischung aus bluesigen Gitarren, atmosphärischen Synthesizern und gesellschaftlichen Beobachtungen traf den Nerv der Zeit; das Album erreichte Platz eins der britischen Charts. Zwei Jahre später folgte „Auberge“, das ebenfalls an die Spitze der Charts gelangte. In dieser Phase entstanden einige seiner bekanntesten Songs, darunter „Josephine“, „On the Beach“ und „Looking for the Summer“.
Einen besonderen Platz in seinem Werk nimmt das Lied „Driving Home for Christmas“ ein. Rea schrieb den Song während einer winterlichen Autofahrt von London nach Middlesbrough, als er wegen eines Bahnstreiks stundenlang im Verkehr festsaß. Obwohl das Lied zunächst kein großer Hit war, entwickelte es sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil der Weihnachtszeit und gehört heute zu den bekanntesten britischen Weihnachtssongs.
Sein Leben war jedoch immer wieder von schweren gesundheitlichen Problemen geprägt. Anfang der 2000er Jahre erkrankte Rea an Bauchspeicheldrüsenkrebs und musste sich einer umfangreichen Operation unterziehen. Infolge der Erkrankung entwickelte er Diabetes und musste seinen Lebensstil stark anpassen. Trotz dieser Rückschläge setzte er seine musikalische Arbeit fort, wenn auch in geringerem Tempo. 2016 erlitt er einen Schlaganfall, erholte sich jedoch so weit, dass er weiterhin komponieren und gelegentlich auftreten konnte.
Neben der Musik galt seine große Leidenschaft dem Motorsport. Rea interessierte sich seit seiner Jugend für Rennwagen und verband dieses Interesse später mit künstlerischen Projekten, etwa mit Filmen und musikalischen Konzeptarbeiten über die Welt des Rennsports. Trotz seines internationalen Erfolges blieb er stets ein zurückhaltender Künstler, der das Rampenlicht eher mied und sich stärker für das Schreiben und Aufnehmen von Musik interessierte als für das Leben eines Popstars.
Chris Rea veröffentlichte im Laufe seiner Karriere mehr als zwanzig Studioalben und verkaufte weltweit über 30 Millionen Tonträger. Seine Musik verband Blues, Rock und melodischen Pop zu einem Stil, der unverwechselbar blieb. Mit seinem Tod verlor die britische Musikszene einen Musiker, der über Jahrzehnte hinweg eine eigene Klangwelt geschaffen hatte. Seine Lieder über Straßen, Erinnerungen und Heimkehr gehören weiterhin zum festen Repertoire des europäischen Rock.
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