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25. März 2026 – Bed-in for Peace Day

Der Bed-in for Peace Day erinnert jedes Jahr am 25. März an eine der ungewöhnlichsten Friedensaktionen der Popgeschichte.

Der Bed-in for Peace Day erinnert jedes Jahr am 25. März an eine der ungewöhnlichsten Friedensaktionen der Popgeschichte. Der Tag bezieht sich auf das erste sogenannte Bed-In von John Lennon und Yoko Ono, das am 25. März 1969, fünf Tage nach ihrer Hochzeit, in einem Hilton-Hotel in Amsterdam begann. Statt ihre Flitterwochen privat zu verbringen, verwandelten die beiden das Ereignis in eine öffentlichkeitswirksame Protestform gegen Krieg und Gewalt. Damit verbanden sie Prominenz, Medienstrategie und pazifistische Botschaft auf eine Weise, die bis heute nachwirkt.

Der Hintergrund dieser Aktion lag vor allem im Vietnamkrieg und in der damals stark polarisierten politischen Stimmung. Lennon und Ono wollten die Aufmerksamkeit, die ihre Ehe ohnehin auslöste, bewusst nutzen. Ihr Protest sollte keine Demonstration im klassischen Sinn sein, sondern eine friedliche, leicht irritierende Gegeninszenierung zu den täglichen Kriegsbildern in Presse und Fernsehen. John Lennon beschrieb das Konzept später als eine Art „Werbung für den Frieden“ statt für den Krieg. Gerade diese Mischung aus Einfachheit, Ironie und medialer Wirksamkeit machte das Bed-In zu einem Symbol der späten 1960er Jahre.

Das Bed-In griff zugleich Formen des gewaltfreien Protests auf, die damals bereits bekannt waren, etwa Teach-Ins und Sit-Ins der studentischen Friedensbewegung. Yoko Ono und John Lennon blieben tagelang im Bett, empfingen Journalisten und Besucher und sprachen immer wieder über Frieden. Über ihrem Bett hingen selbstgemachte Schilder mit den Aufschriften „Hair Peace“ und „Bed Peace“. Viele Reporter hatten auf einen Skandal gehofft, fanden stattdessen aber eine bewusst entschleunigte, fast absurde Aktion vor, die sich jeder üblichen Logik von Spektakel und Konfrontation entzog. Genau darin lag ihre Wirkung: Das Bild zweier weltbekannter Menschen im Schlafanzug wurde zu einer friedlichen Provokation.

Dem ersten Bed-In in Amsterdam folgte Ende Mai 1969 ein zweites in Montreal. Dort gewann die Aktion noch größere kulturelle Bedeutung. Während dieses Aufenthalts entstand im Hotelzimmer der Song Give Peace a Chance, der am 1. Juni aufgenommen wurde und später zu einer internationalen Friedenshymne wurde. Das zeigt, dass das Bed-In nicht bloß eine kuriose Medienepisode war, sondern Teil eines größeren Versuchs, Kunst, Popkultur und politische Botschaft miteinander zu verbinden.

Der heutige Bed-in for Peace Day ist kein offizieller Gedenktag einer internationalen Institution, sondern ein informeller Aktionstag, der in Kalendern und Themensammlungen geführt wird. Sein eigentlicher Kern ist weniger ein festes Brauchtum als die Erinnerung an eine historische Form des gewaltfreien Protests. Gerade deshalb bleibt der Tag bemerkenswert: Er steht für die Vorstellung, dass öffentliche Aufmerksamkeit nicht nur durch Lautstärke, sondern auch durch Reduktion, Beharrlichkeit und ein starkes Bild erzeugt werden kann.

Bild: Public Domain | Public Domain

Bildquellen auf dieser Seite:

  • John_Lennon_en_zijn_echtgenote_Yoko_Ono_op_huwelijksreis_in_Amsterdam._John_Lenn,_Bestanddeelnr_922-2302 Public Domain: Public Domain | Public Domain

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