Heute wäre Hugh Hefner 99 Jahre alt geworden. Der am 9. April 1926 geborene Verleger und Geschäftsmann prägte das Bild der amerikanischen Popkultur über Jahrzehnte hinweg; und das mit einem Magazin, das mehr war als bloß erotische Unterhaltung.
Hugh Marston Hefner, aufgewachsen in einem streng protestantischen Elternhaus in Chicago, entwickelte schon früh ein Interesse an Journalismus und Unterhaltung. Nach seinem Studium der Psychologie an der University of Illinois arbeitete er zunächst als Texter für das Magazin Esquire, bevor er sich 1953 mit einem mutigen Projekt selbstständig machte: Dem Playboy.
Mit einem Startkapital von 8.000 Dollar, zum Teil geliehen von Verwandten, brachte Hefner die erste Ausgabe des Playboy auf den Markt. Auf dem Cover: eine junge Marilyn Monroe, die schon damals als aufstrebender Star galt. Das Magazin war sofort ein Erfolg, vor allem weil es Erotik mit Intellekt verband. Zwischen freizügigen Bildern fanden sich Essays, Interviews, Reportagen und Beiträge renommierter Autoren wie Norman Mailer, Ray Bradbury oder Margaret Atwood.
Der Playboy war nicht bloß ein Herrenmagazin; es war eine Plattform für gesellschaftliche Debatten, Literatur und Lifestyle. Hugh Hefner verstand es, das konservative Amerika der 1950er-Jahre herauszufordern, ohne es völlig zu verschrecken. Er inszenierte sich selbst als Galionsfigur eines liberalen Lebensstils, der Sexualität, Konsum und Freiheit miteinander verband.
In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde Hefner zunehmend zu einer öffentlichen Figur: mit der Playboy Mansion als Ort der legendären Partys, mit seiner Fernsehsendung „Playboy’s Penthouse“ und einer wachsenden Zahl an internationalen Ausgaben seines Magazins. Kritiker warfen ihm vor, Frauen auf ihr Äußeres zu reduzieren, während andere ihn als Vorkämpfer der sexuellen Revolution betrachteten.
In den folgenden Jahrzehnten musste sich der Playboy immer neuen Herausforderungen stellen: Der Wandel der Medienlandschaft, die Konkurrenz durch das Internet und eine sich verändernde gesellschaftliche Moral forderten ihren Tribut. Das Unternehmen verlor an Einfluss, und auch Hefners Rolle wurde zunehmend kritisch hinterfragt. Dennoch blieb er bis ins hohe Alter das Gesicht des Magazins; meist im Seidenbademantel, mit Pfeife in der Hand und von jungen Frauen umgeben.
Hugh Hefner starb am 27. September 2017 im Alter von 91 Jahren in Los Angeles. Sein Leben war geprägt von Kontroversen, Glamour und Geschäftssinn, aber auch von einer konsequenten Inszenierung seiner selbst. Er wurde auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery beigesetzt; direkt neben Marilyn Monroe.
Hugh Hefner bleibt eine Figur, die polarisiert. Für die einen war er ein Verteidiger der Meinungsfreiheit, ein Liberaler, der das prüde Amerika aufrüttelte. Für andere ein Symbol für Kommerzialisierung von Sexualität und männliche Dominanz. Doch unbestritten ist: Er hat Spuren hinterlassen; in der Medienwelt, in der Popkultur und im gesellschaftlichen Diskurs.

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