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6. Mai 2026 – Tag der Wertschätzung für Touristen

Der Tag der Wertschätzung für Touristen (National Tourist Appreciation Day) erinnert jedes Jahr am 6. Mai daran, welche Bedeutung Reisende für Orte, Regionen und Volkswirtschaften haben.

Der Tag der Wertschätzung für Touristen (National Tourist Appreciation Day) erinnert jedes Jahr am 6. Mai daran, welche Bedeutung Reisende für Orte, Regionen und Volkswirtschaften haben. Eine eindeutig belegte offizielle Gründungsgeschichte lässt sich für diesen Aktionstag allerdings nicht nachweisen. Sicher sagen lässt sich daher nur: Der Tag gehört zu jenen modernen Kalendertagen, die weniger aus staatlicher oder internationaler Initiative entstanden sind, sondern aus dem Umfeld von Tourismusmarketing, Online-Kalendern und sozialer Aufmerksamkeit.

Tourismus selbst ist deutlich älter als der moderne Begriff. Schon in der Antike reisten Menschen zu Heilquellen, religiösen Festen, Handelsplätzen oder sportlichen Wettkämpfen. Im Mittelalter prägten Pilgerreisen das Unterwegssein, später kamen Bildungsreisen hinzu. Besonders die „Grand Tour“ junger Adliger aus England und anderen europäischen Ländern wurde seit dem 17. Jahrhundert zu einem festen Bestandteil gehobener Bildung: Italien, Frankreich, die Schweiz und die großen Kunststädte Europas galten als Stationen, an denen man Weltläufigkeit, Geschmack und gesellschaftliche Sicherheit erwerben sollte. Reisen war damals teuer, langsam und anstrengend; Tourismus blieb lange ein Privileg weniger.

Der Wandel begann mit Eisenbahn, Dampfschiff, Industrialisierung und wachsender Freizeit. Ein Schlüsselname der modernen Tourismusgeschichte ist Thomas Cook. Am 5. Juli 1841 organisierte er eine Bahnreise von Leicester nach Loughborough für rund 485 Teilnehmer einer Abstinenzbewegung. Aus solchen Ausflügen entwickelte sich ein Geschäftsmodell, das Reisen planbarer, günstiger und für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich machte. Pauschalreisen, organisierte Gruppenfahrten, Hotelbuchungen und später internationale Rundreisen veränderten das Reisen grundsätzlich. Aus einzelnen Bildungs- und Vergnügungsfahrten wurde eine moderne Branche.

Im 20. Jahrhundert wurde Tourismus endgültig zum Massenphänomen. Bezahlter Urlaub, steigende Einkommen, private Autos, Reisebusse, Linienflüge und später Charterflüge machten Ferien für Millionen Menschen erreichbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden neue Sehnsuchtsorte: die Mittelmeerküste, Alpenregionen, Kurorte, Städtereisen und Fernziele. Mit dem Internet veränderte sich der Tourismus erneut. Reisende buchen heute Flüge, Unterkünfte, Eintrittskarten und Führungen selbst, vergleichen Bewertungen, entdecken Nischenziele und teilen ihre Erfahrungen öffentlich. Damit wurde Tourismus individueller, aber auch schneller, sichtbarer und für viele Orte schwerer zu steuern.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm. Nach Angaben von UN Tourism wurden 2025 weltweit etwa 1,52 Milliarden internationale Touristenankünfte gezählt; das waren rund 60 Millionen mehr als 2024 und ein neuer Höchststand. Der World Travel & Tourism Council bezifferte den Beitrag von Reise und Tourismus zur globalen Wirtschaftsleistung 2025 auf 11,6 Billionen US-Dollar; zugleich unterstützte die Branche weltweit rund 366 Millionen Arbeitsplätze. Auch Deutschland verzeichnete 2025 einen Rekordwert: Laut Statistischem Bundesamt kamen die Beherbergungsbetriebe auf 497,5 Millionen Gästeübernachtungen.

Der Tag der Wertschätzung für Touristen erinnert damit nicht nur an Menschen mit Kamera, Koffer und Stadtplan. Er verweist auf Kellner, Busfahrer, Museumsführer, Hoteliers, Ladenbesitzer, Reinigungskräfte, Reiseveranstalter, Bahnhöfe, Flughäfen, Wanderwege und Innenstädte. Tourismus schafft Einkommen, erhält Infrastruktur und kann kulturellen Austausch ermöglichen. Zugleich bringt er Konflikte mit sich, wenn Wohnraum knapp wird, Innenstädte überfüllt sind oder Naturregionen unter Besucherandrang leiden. Wertschätzung bedeutet deshalb nicht blinde Begeisterung. Sie bedeutet, den Gast als Teil eines größeren Zusammenhangs zu sehen: als wirtschaftlichen Faktor, als neugierigen Besucher, manchmal auch als Belastung, vor allem aber als jemanden, dessen Verhalten mitentscheidet, ob Reisen für Orte und Bewohner ein Gewinn bleibt.

Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
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