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17. Juni 2026 – Nationalfeiertag Islands

Der Isländische Nationalfeiertag (Icelandic National Day) wird jedes Jahr am 17. Juni begangen. Er erinnert an die Ausrufung der Republik Island am 17. Juni 1944 in Þingvellir, jenem historischen Ort, an dem bereits im Jahr 930 das Althing zusammengetreten war.

Der Isländische Nationalfeiertag (Icelandic National Day) wird jedes Jahr am 17. Juni begangen. Er erinnert an die Ausrufung der Republik Island am 17. Juni 1944 in Þingvellir, jenem historischen Ort, an dem bereits im Jahr 930 das Althing zusammengetreten war. Das Datum wurde bewusst gewählt: Es ist der Geburtstag von Jón Sigurðsson, der im 19. Jahrhundert zur wichtigsten Symbolfigur der isländischen Unabhängigkeitsbewegung wurde.

Islands Geschichte beginnt als politisch fassbare Erzählung im 9. Jahrhundert, als nordische Siedler die Insel dauerhaft besiedelten. 930 entstand mit dem Althing eine der ältesten parlamentarischen Versammlungen Europas. Diese frühe Freistaatszeit prägte das Selbstbild der Isländer stark; zugleich blieb die Gesellschaft klein, bäuerlich und abhängig von rauen Naturbedingungen. Im 13. Jahrhundert endete die Selbständigkeit schrittweise, Island kam unter norwegische Herrschaft, später mit Norwegen unter die dänische Krone.

Über Jahrhunderte blieb Island eine abgelegene, arme Insel am Rand Europas. Naturkatastrophen, Vulkanausbrüche, Hungersnöte und Handelsbeschränkungen bestimmten das Leben. Dennoch bewahrte das Land seine Sprache, seine Rechtstradition und eine reiche Erzählkultur. Die mittelalterlichen Sagas wurden zu einem Kern isländischer Identität; sie hielten die Erinnerung an Eigenständigkeit wach, lange bevor daraus wieder ein politisches Programm wurde.

Im 19. Jahrhundert gewann die Unabhängigkeitsbewegung an Kraft. Jón Sigurðsson forderte größere Selbstverwaltung und wurde zur Leitfigur eines nationalen Erwachens, das weniger von Revolution als von Sprache, Bildung, Recht und historischem Bewusstsein getragen war. 1874 erhielt Island eine eigene Verfassung für innere Angelegenheiten, 1904 die erweiterte Selbstverwaltung. 1918 wurde Island durch den Unionsvertrag ein souveräner Staat in Personalunion mit Dänemark; der dänische König blieb also Staatsoberhaupt.

Der entscheidende Bruch kam während des Zweiten Weltkriegs. Dänemark war seit 1940 von Deutschland besetzt, Island wurde zunächst von britischen, später von amerikanischen Truppen besetzt. Die Verbindung nach Kopenhagen war praktisch unterbrochen. In einer Volksabstimmung sprach sich 1944 eine überwältigende Mehrheit für die Auflösung der Union und die Republik aus. Am 17. Juni 1944 wurde Island in Þingvellir offiziell zur Republik erklärt; die USA erkannten sie noch am selben Tag an.

Nach 1944 entwickelte sich Island zu einem modernen, wohlhabenden Staat. Fischerei, Energiegewinnung, Aluminiumindustrie, später Tourismus und Dienstleistungen prägten die Wirtschaft. Außenpolitisch blieb Island ohne eigene Armee, wurde aber 1949 Mitglied der NATO und spielte wegen seiner Lage im Nordatlantik eine strategische Rolle. Konflikte um Fischereirechte, die sogenannten Kabeljaukriege mit Großbritannien, zeigten, wie zentral das Meer für Islands Selbstverständnis und Wohlstand blieb.

Die Finanzkrise von 2008 traf Island besonders hart: Die drei großen Banken des Landes brachen zusammen. Der Staat erlebte eine tiefe wirtschaftliche und politische Krise, erholte sich aber vergleichsweise schnell. Heute steht Island für hohe Lebensqualität, erneuerbare Energie, starke demokratische Institutionen und eine zugleich verletzliche Wirtschaft, die stark von Fischerei, Energie und Tourismus abhängt.

Der Nationalfeiertag ist deshalb mehr als ein historisches Erinnerungsdatum. Er verbindet die mittelalterliche Versammlungskultur von Þingvellir, den langen Weg aus dänischer Herrschaft, die Republikgründung von 1944 und das moderne Island von heute. Gefeiert wird nicht nur staatliche Unabhängigkeit, sondern auch eine erstaunliche kulturelle Kontinuität: ein kleines Land, das seine Sprache, seine Erzählungen und seinen politischen Eigenwillen über Jahrhunderte bewahrt hat.

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