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17. Juni 1846 – Gründung Underberg

Am 17. Juni 1846 gründeten Hubert Underberg und seine Ehefrau Catharina Albrecht in Rheinberg am Niederrhein die Firma „H. Underberg-Albrecht“.

Am 17. Juni 1846 gründeten Hubert Underberg und seine Ehefrau Catharina Albrecht in Rheinberg am Niederrhein die Firma „H. Underberg-Albrecht“. Bemerkenswert ist, dass die Unternehmensgründung auf den Tag ihrer Hochzeit fiel. Was damals als kleiner Familienbetrieb begann, entwickelte sich im Laufe von fast zwei Jahrhunderten zu einem international tätigen Spirituosenunternehmen, dessen bekanntestes Produkt bis heute der Kräuterbitter Underberg ist.

Hubert Underberg hatte sich zuvor intensiv mit der Herstellung von Kräuterbittern beschäftigt. Inspiriert von niederländischen Magenbittern entwickelte er eine eigene Rezeptur, die auf ausgewählten Kräutern beruhte. Das Ergebnis war ein Produkt, das zunächst unter der Bezeichnung „Boonekamp of Maagbitter“ vertrieben wurde. Von Beginn an stand die Herstellung unter dem Leitgedanken „Semper idem“, lateinisch für „immer dasselbe“. Gemeint war damit die gleichbleibende Qualität des Erzeugnisses, ein Grundsatz, dem das Unternehmen bis heute verpflichtet ist.

Schon im 19. Jahrhundert begann Underberg mit dem Export seiner Produkte. Besonders in Österreich-Ungarn und später in Südamerika fand der Kräuterbitter zahlreiche Anhänger. Bereits 1884 wurden die ersten Lieferungen nach Brasilien verschickt. Dort entstand später mit „Brasilberg“ eine eigenständige Variante des Getränks.

Das eigentliche Geheimnis des Erfolgs blieb jedoch die Rezeptur. Nach Unternehmensangaben werden Kräuter aus 43 Ländern verwendet. Welche Pflanzen genau in welchem Verhältnis verarbeitet werden, ist bis heute ein streng gehütetes Familiengeheimnis. Nur wenige Mitglieder der Unternehmerfamilie kennen die vollständige Zusammensetzung.

Der Zweite Weltkrieg stellte das Unternehmen vor große Herausforderungen. Wegen des Mangels an Rohstoffen musste die Produktion 1939 eingestellt werden. Erst zehn Jahre später konnte sie wieder aufgenommen werden. In der Nachkriegszeit gelang Underberg eine entscheidende Neuerung: Emil Underberg, ein Enkel des Firmengründers, führte 1949 die heute weltweit bekannte Portionsflasche mit 20 Millilitern Inhalt ein. Die in Strohpapier eingewickelte Kleinflasche wurde zum Markenzeichen des Unternehmens und trug wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg bei.

In den folgenden Jahrzehnten weitete die Unternehmensgruppe ihre Aktivitäten aus. Underberg beteiligte sich an anderen Spirituosenherstellern und übernahm bekannte Marken. Dazu gehörten unter anderem die österreichische Sektkellerei Schlumberger sowie die traditionsreiche Weinbrandmarke Asbach. Durch diese Expansion entwickelte sich die Underberg-Gruppe zu einem bedeutenden europäischen Anbieter im Spirituosengeschäft.

Trotz des Wachstums ist Underberg bis heute ein Familienunternehmen geblieben. Die Wurzeln liegen weiterhin in Rheinberg, wo sich auch das historische Stammhaus befindet. Die Unternehmensführung liegt mittlerweile in den Händen der vierten und fünften Generation der Familie Underberg. Die Schweizer Underberg AG fungiert dabei als Dachgesellschaft des Konzerns.

Auch fast zwei Jahrhunderte nach seiner Gründung hat sich an den Grundprinzipien des Unternehmens wenig geändert. Der kleine Kräuterbitter mit der unverwechselbaren Verpackung steht weiterhin für Tradition, Kontinuität und die Bewahrung eines Familiengeheimnisses. Dass eine Idee aus dem Jahr 1846 noch heute weltweit bekannt ist, dürfte selbst Firmengründer Hubert Underberg überrascht haben. Seine Devise „Semper idem“ gilt jedenfalls bis heute: immer derselbe Anspruch an Qualität.

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