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21. Juni 2026 – Tag des Mofas

Heute wird ein besonderes Fahrzeug gefeiert, das in Deutschland nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Kultobjekt ist: das Mofa.

    Heute wird ein besonderes Fahrzeug gefeiert, das in Deutschland nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Kultobjekt ist: das Mofa. Der Tag des Mofas erinnert an die Geschichte dieses motorisierten Fahrrads und würdigt seine Bedeutung für Generationen von Jugendlichen. Besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren galt das Mofa als Sinnbild jugendlicher Unabhängigkeit.

    Der Begriff „Mofa“ steht für „Motor-Fahrrad“ und wurde im Jahr 1954 offiziell eingeführt. In der Bundesrepublik entwickelte sich das Mofa rasch zur günstigen Alternative zum Auto, vor allem für Jugendliche ab 15 Jahren. Mit einer auf 25 km/h begrenzten Geschwindigkeit durfte man auf zwei Rädern unterwegs sein, wenn man die sogenannte Mofa-Prüfbescheinigung vorweisen konnte.

    Auf Schulhöfen waren Modelle wie die „Hercules Prima 5S“, die „Puch Maxi“ oder die „Zündapp ZD 25“ echte Statussymbole. Viele Jugendliche verbrachten ihre Nachmittage damit, zu schrauben, zu lackieren oder ihr Mofa in der Werkstatt zu tunen. Der Schulweg wurde zum täglichen Mofa-Treff, der Parkplatz zum sozialen Mittelpunkt.

    Heute sind Mofas auf den Straßen seltener geworden. Elektroräder und E-Scooter haben die Zahl der Neuzulassungen deutlich sinken lassen. Auch strengere Vorschriften und der Wunsch nach mehr Komfort haben zur Verdrängung beigetragen. Doch das Mofa hat in Sammlerkreisen bis heute eine treue Fangemeinde. In Garagen und Werkstätten werden alte Modelle restauriert, im Internet teilen Fans ihre Erfahrungen und Ausfahrten. In manchen ländlichen Regionen ist das Mofa für Jugendliche nach wie vor das erste eigene Fahrzeug.

    Der Tag des Mofas soll genau diese Erinnerungen wachrufen: an knatternde Motoren, ölverschmierte Finger und das Gefühl von Freiheit, das mit dem ersten selbst gefahrenen Kilometer verbunden war. Und vielleicht auch an den Fahrtwind auf einem schmalen Landweg, wenn man mit klopfendem Herzen den Gashebel vorsichtig nach vorn drehte.

    In den 1970er Jahren gehörte das Mofa fest zum Straßenbild. Den Höchststand erreichte die Bundesrepublik 1978 mit rund 1,6 Millionen zugelassenen Fahrzeugen. Damit stellte das Mofa etwa ein Fünftel aller motorisierten Zweiräder. Seit den 1990er Jahren gingen die Bestände jedoch deutlich zurück. Um das Jahr 2000 waren noch etwa 700.000 Mofas registriert. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes lag die Zahl 2024 nur noch bei rund 180.000 Fahrzeugen.

    Auch die Nutzerstruktur hat sich verändert. Während früher vor allem Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren ein Mofa fuhren, werden viele Maschinen heute von Sammlern, Schraubern und Liebhabern ab 40 Jahren gepflegt und genutzt. Das Interesse an klassischen Modellen sorgt gleichzeitig für einen lebhaften Ersatzteilmarkt. Spezialisierte Händler in Deutschland und Österreich berichten seit Jahren von stabiler Nachfrage.

    Aus heutiger Sicht fällt die Umweltbilanz alter Zweitaktmotoren kritisch aus. Ein typisches Mofa konnte bis zu 100-mal mehr unverbrannte Kohlenwasserstoffe ausstoßen als ein modernes Auto mit Katalysator. Dafür galten die Fahrzeuge als ausgesprochen sparsam. Die auf 25 km/h begrenzten Mofas verbrauchen je nach Modell lediglich etwa 1,5 bis 2,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer.

    Zum Fahren genügt bis heute eine Mofa-Prüfbescheinigung, die nach einer theoretischen Schulung und einem Test erworben werden kann. Ein regulärer Führerschein ist nicht erforderlich. Zu den bekanntesten und beliebtesten Modellen in Deutschland zählen die Hercules Prima 5 und 5S, die Puch Maxi, die Zündapp ZD 25, die Kreidler Flory sowie die Rixe Super Lux.

    Obwohl Mofas im Alltag nur noch selten anzutreffen sind, erleben sie als Hobbyfahrzeuge eine kleine Renaissance. In vielen Regionen finden Mofa-Rennen und sogenannte Mofarodeos statt, bei denen teils mehr als 100 Teams mit umgebauten, aber straßenzugelassenen Fahrzeugen gegeneinander antreten. Wie Mopeds benötigen auch Mofas ein jährlich zu erneuerndes Versicherungskennzeichen. Dessen Farbe wechselt im Drei-Jahres-Rhythmus zwischen Schwarz, Blau und Grün.

    Bild: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
    Bild: Werner Niedermeier

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