Der Welt-Allergie-Tag (World Allergy Day) fällt jedes Jahr auf den 8. Juli. Er soll auf allergische Erkrankungen aufmerksam machen, ihre Ursachen erklären und den Blick auf Diagnose, Behandlung und Vorbeugung richten. Der Tag wird häufig mit der World Allergy Organization und der Weltgesundheitsorganisation in Verbindung gebracht. Davon zu unterscheiden ist die Welt-Allergie-Woche, die von der World Allergy Organization gesondert organisiert wird und deren Termin jährlich festgelegt wird.
Allergien entstehen, wenn das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe überempfindlich reagiert. Solche Auslöser heißen Allergene. Dazu gehören Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze, Lebensmittel, Insektengifte oder bestimmte Medikamente. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig sind Niesen, Fließschnupfen, juckende Augen, Hautausschläge, Atembeschwerden oder Magen-Darm-Probleme. In schweren Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen; das ist ein medizinischer Notfall.
Allergische Erkrankungen zählen in vielen Ländern zu den häufigen chronischen Gesundheitsproblemen. In Deutschland erfasst das Robert Koch-Institut regelmäßig Daten zu Allergien und atopischen Erkrankungen. Nach Angaben aus dem Gesundheitsmonitoring berichten rund 31 Prozent der Erwachsenen, aktuell von einer Allergie betroffen zu sein. Bei Kindern und Jugendlichen gehören Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Neurodermitis zu den wichtigen allergischen Krankheitsbildern.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine ärztliche Anamnese, Hauttests, Blutuntersuchungen und gegebenenfalls Provokationstests. Entscheidend ist nicht nur der Nachweis einer Sensibilisierung, sondern auch, ob die Beschwerden tatsächlich zu dem getesteten Auslöser passen. Deshalb sind Selbstdiagnosen oft unsicher.
Behandelt werden Allergien je nach Form und Schwere mit Allergenvermeidung, Medikamenten und spezifischer Immuntherapie. Medikamente wie Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays oder Augentropfen können Beschwerden lindern. Die spezifische Immuntherapie, oft als Hyposensibilisierung bezeichnet, soll die Reaktion des Immunsystems langfristig verändern und wird vor allem bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergien eingesetzt.
Der Welt-Allergie-Tag hat daher vor allem eine aufklärende Funktion. Er erinnert daran, dass Allergien mehr sind als eine vorübergehende Unannehmlichkeit. Sie können Alltag, Schlaf, Schule, Beruf und Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Zugleich sind viele Beschwerden gut behandelbar, wenn sie richtig erkannt und medizinisch begleitet werden.
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