Der 15. Juli steht seit einigen Jahren im Zeichen der Aufklärung über eine Gefahr, die oft unterschätzt oder gar nicht erkannt wird: das heimliche Manipulieren von Getränken mit betäubenden Substanzen, um Personen wehrlos zu machen. Der internationale Aktionstag gegen K.-o.-Tropfen wurde ins Leben gerufen, um für dieses Thema zu sensibilisieren, Prävention zu fördern und Betroffenen eine Stimme zu geben.
Der englische Name des Tages lautet „International Stamp Out Spiking Day“. Er wurde von der britischen Organisation Stamp Out Spiking initiiert, die sich seit Jahren dafür einsetzt, das sogenannte Drink-Spiking gesellschaftlich sichtbar zu machen. Gemeint ist damit das heimliche Zufügen von bewusstseinsverändernden oder betäubenden Substanzen in Getränke, mit dem Ziel, Kontrolle über die betroffene Person zu gewinnen. In den meisten Fällen geschieht dies mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung oder des Raubes. Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch Männer können Opfer werden.
In Clubs, Bars oder bei Festen wird die Gefahr häufig nicht erkannt oder unterschätzt. Die Täter nutzen Momente der Unaufmerksamkeit aus. Schon wenige Tropfen einer Substanz wie GHB oder Ketamin können ausreichen, um das Bewusstsein stark zu beeinträchtigen, das Erinnerungsvermögen auszuschalten und jede Form von Gegenwehr zu verhindern. Die meisten dieser Substanzen sind geschmacklos, geruchlos und wirken sehr schnell.
Der Aktionstag am 15. Juli soll nicht nur aufklären, sondern auch präventiv wirken. Dabei spielen Information und praktische Schutzmaßnahmen eine wichtige Rolle. In vielen Städten engagieren sich heute Organisationen, Polizei, Clubs und Universitäten gemeinsam, um über Risiken aufzuklären, sichere Verhaltensweisen zu vermitteln und kostenloses Schutzmaterial wie Becherdeckel oder Teststreifen anzubieten. Schulungsprogramme für Gastronomiepersonal sowie Hinweise zu Hilfsangeboten sind ebenfalls Teil der Aufklärungsarbeit.
Darüber hinaus geht es auch um Solidarität mit Betroffenen. Viele Menschen, die Opfer eines solchen Übergriffs geworden sind, sprechen lange nicht darüber oder wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Der Aktionstag will Mut machen, das Schweigen zu brechen und zeigt Wege zur Unterstützung auf. Polizei, Opferhilfestellen und medizinisches Fachpersonal arbeiten daran, das Thema ernst zu nehmen und sensibel zu behandeln.

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- Hippolyte-Mege-Mouries: Gemeinfrei | Gemeinfrei