Am 15. Juli 1929 starb einer der größten Schriftsteller der österreichischen Literatur: Hugo von Hofmannsthal. Er war nicht nur ein begnadeter Dichter, Dramatiker und Essayist, sondern auch ein erfolgreicher Librettist, der mit dem Komponisten Richard Strauss mehrere Opern schuf, die zu den Meisterwerken der Musikgeschichte zählen.
Hugo von Hofmannsthal wurde am 1. Februar 1874 in Wien geboren. Er entstammte einer wohlhabenden Familie, die jedoch durch den Gründerkrach von 1873 ihr Vermögen verlor. Er zeigte schon früh ein außergewöhnliches literarisches Talent und veröffentlichte seine ersten Gedichte und Dramen unter Pseudonymen, da er als Schüler nicht publizieren durfte. Er studierte Jura und Philologie an der Universität Wien, brach aber sein Studium ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er gehörte zur literarischen Bewegung des Symbolismus und war mit anderen Autoren der Wiener Moderne wie Arthur Schnitzler und Peter Altenberg befreundet. Er stand auch in Kontakt mit dem Dichter Stefan George, dessen Einfluss auf seine Sprache und Ästhetik spürbar ist.
Im Jahr 1900 lernte er den Komponisten Richard Strauss kennen, mit dem er eine fruchtbare Zusammenarbeit begann. Er schrieb die Libretti für mehrere seiner Opern, darunter Elektra, Der Rosenkavalier, Ariadne auf Naxos und Die Frau ohne Schatten. Von Hofmannsthal war auch einer der Mitbegründer der Salzburger Festspiele, die er als eine kulturelle Erneuerungsbewegung nach dem Ersten Weltkrieg sah. Er adaptierte klassische und mittelalterliche Stoffe für das Theater, wie zum Beispiel Jedermann nach dem englischen Mysterienspiel Everyman.
Hugo von Hofmannsthal starb am 15. Juli 1929 in Rodaun bei Wien an einem Herzinfarkt, kurz nachdem er vom Selbstmord seines ältesten Sohnes Franz erfahren hatte.
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