Am 28. Juli begehen Fußballbegeisterte in den Vereinigten Staaten den sogenannten National Soccer Day, auf Deutsch am treffendsten als „Fußballtag in den USA“ bezeichnet. Der inoffizielle Aktionstag würdigt die wachsende Bedeutung des Fußballs im US-amerikanischen Sportbetrieb und erinnert zugleich an die Gründung der Major League Soccer (MLS) im Jahr 1995. In einem Land, in dem traditionell andere Sportarten den Ton angaben, hat sich der Fußball inzwischen einen festen Platz erkämpft; nicht nur in den Stadien, sondern auch im Alltag vieler Familien und Schulkinder.
Lange galt Fußball in den Vereinigten Staaten als Randsport. Baseball, American Football und Basketball dominierten das öffentliche Interesse. Doch seit den 1990er-Jahren wuchs die Popularität des Spiels, nicht zuletzt durch den Erfolg der US-Frauen-Nationalmannschaft, die internationale Turniere prägte und gesellschaftlich wichtige Zeichen setzte. Auch die zunehmende Zahl an Kindern mit Wurzeln in fußballaffinen Ländern trug dazu bei, dass Fußball nicht mehr als exotisch, sondern als integrativer Teil der Sportkultur wahrgenommen wird.
Heute umfasst die MLS mehr als zwei Dutzend Vereine, viele davon mit großer lokaler Fanbasis. Spieler wie David Beckham, Zlatan Ibrahimović oder Lionel Messi, die sich gegen Ende ihrer Karrieren für Stationen in den USA entschieden, verschafften der Liga zusätzliches Ansehen. Auch im Nachwuchsbereich nimmt der Fußball mittlerweile einen prominenten Platz ein: Er gilt als zugänglich, teamorientiert und geschlechterübergreifend beliebt.
Der Fußballtag in den USA ist mehr als nur ein sportliches Symbol. Er steht für das wachsende Interesse an einem weltweit verbindenden Spiel, in einem Land, das sich zunehmend für globale Sporttraditionen öffnet. In einer Zeit, in der soziale Spaltung und kulturelle Unterschiede häufig betont werden, kann der Fußball auch in den USA zu einem Ort des Miteinanders werden: einfach, direkt und gemeinschaftsstiftend.

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