Anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August machen die Vereinten Nationen und verschiedene Hilfsorganisationen auf die dramatische Lage von Millionen von Kindern in Krisenländern aufmerksam. Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF sind in diesem Jahr 110,3 Millionen Kinder weltweit dringend auf Hilfe angewiesen. Das ist ein Rekordhoch in der jüngeren Geschichte.
Die Gründe für die humanitäre Notlage sind vielfältig: Zahlreiche Konflikte, einschließlich des Krieges in der Ukraine, eine wachsende Ernährungsunsicherheit und die Gefahr von Hungersnöten sowie das Wiederaufflammen von Krankheiten wie zum Beispiel Cholera. In vielen Ländern sind Kinder von Gewalt, Vertreibung, Ausbeutung und Missbrauch betroffen. Viele haben keinen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.
In zahlreichen Ländern sind Kinder in besonderem Maße von Krieg, Hunger, Vertreibung und einer unzureichenden Versorgung betroffen und dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. In Somalia ist das Leben von schätzungsweise 478.000 Kindern durch schwere akute Mangelernährung bedroht. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an einer grundlegenden Gesundheitsversorgung. Insgesamt benötigen dort rund 5,1 Millionen Kinder humanitäre Unterstützung. Besonders dramatisch ist die Situation auch in Afghanistan. Dort sind etwa 15,8 Millionen Kinder auf Hilfe angewiesen. Rund 64 Prozent der Haushalte können ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht mehr ausreichend decken.
Im Sudan benötigen mehr als 14 Millionen Kinder humanitäre Hilfe. Infolge des Konflikts wurden nach Angaben von UNICEF mindestens 435 Kinder getötet und mindestens 2.025 verletzt. Zudem gingen bei UNICEF Berichte über rund 2.500 schwerwiegende Verletzungen der Kinderrechte ein. Auch in Äthiopien ist die Lage vieler Kinder äußerst schwierig. Rund 16,5 Millionen Kinder sind dort auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Anhaltende Konflikte haben Millionen Menschen zur Flucht gezwungen und zur Schließung zahlreicher Schulen geführt. Davon sind Hunderttausende Kinder betroffen, denen dadurch neben Sicherheit und Versorgung auch der Zugang zu Bildung fehlt.
Der Welttag der humanitären Hilfe wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2008 ausgerufen, um an die Opfer des Bombenanschlags auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003 zu erinnern, bei dem der damalige Sonderbeauftragte des Generalsekretärs im Irak, Sérgio Vieira de Mello, und 21 seiner Kollegen ums Leben kamen. Der Tag soll auch die Arbeit der humanitären Helfer würdigen und ihre Sicherheit und ihren Schutz fördern.

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