Am 24. August 1749 erreichte ein gewaltiger Heuschreckenschwarm Eggenfelden im heutigen Landkreis Rottal-Inn. Die Menschen in Bayern hatten das Unheil schon seit einiger Zeit kommen sehen. Seit mehreren Jahren wurde aus Südosteuropa von riesigen Schwärmen berichtet, die Felder verwüsteten und auf ihrem Weg immer weiter nach Westen zogen. 1749 erreichten sie schließlich auch Bayern.
Am Nachmittag des 24. August zog der Schwarm über Eggenfelden. Zeitgenössische Berichte schildern, wie große Mengen der rotbraunen Insekten Wiesen, Wege und Äcker bedeckten. Solche Schwärme konnten innerhalb kurzer Zeit Pflanzen und Feldfrüchte vernichten. Entsprechend groß war die Angst vor Missernten, steigenden Lebensmittelpreisen und Hunger.
Zunächst begegnete man der Plage auch mit religiösen Mitteln. Der bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph ließ Fasttage, Andachten und Bittgänge anordnen. Heuschreckenplagen wurden damals noch vielfach als göttliche Strafe verstanden. Gleichzeitig setzte man jedoch erstaunlich praktische Maßnahmen ein. Die Tiere sollten mit Glockenläuten, Trommeln, Schüssen und Geschrei aufgescheucht werden. Anschließend versuchte man, sie mit Besen, Brettern und Dreschflegeln zu erschlagen oder mit brennendem Stroh zu vernichten. Besonders wichtig war das Einsammeln und Zerstören der Eier. Für gesammelte Heuschreckeneier wurden sogar Prämien ausgesetzt.
Eggenfelden hatte allerdings Glück. Als der Schwarm eintraf, war ein großer Teil der Ernte bereits eingebracht. Die Heuschrecken fanden deshalb deutlich weniger Nahrung als befürchtet. Schon am folgenden Morgen zog der Schwarm weiter. Größere Schäden blieben dort aus.
Andere Teile Bayerns und Frankens waren weniger glimpflich davongekommen. Die Heuschreckenplage von 1749 gilt als die letzte große Plage dieser Art in Mitteleuropa. Noch heute berichten historische Akten von den damaligen Anordnungen zur Bekämpfung der Tiere.
Der Einfall bei Eggenfelden zeigt dabei besonders anschaulich, wie sich im 18. Jahrhundert zwei Welten begegneten: Auf der einen Seite standen Gebete und Bittgänge, auf der anderen bereits genaue Beobachtungen des Verhaltens der Tiere und ganz handfeste Methoden zu ihrer Bekämpfung.

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