Am heutigen 11. September hätte Franz Beckenbauer, einer der größten Fußballer aller Zeiten, seinen Geburtstag gefeiert. Der „Kaiser“, wie er weltweit genannt wurde, hat nicht nur in Deutschland, sondern auch international den Fußball geprägt wie kaum ein anderer. Sein Tod hinterließ eine Lücke, die kaum zu füllen ist, doch sein Vermächtnis als Spieler, Trainer und Funktionär bleibt für immer Teil der Fußballgeschichte. Besonders der FC Bayern München und der deutsche Fußball wurden durch ihn nachhaltig beeinflusst.
Franz Anton Beckenbauer wurde 1945 in München geboren und wuchs im Stadtteil Giesing auf. Schon als Kind zeigte sich sein außergewöhnliches Talent im Fußball, und im Alter von 13 Jahren schloss er sich der Jugend des FC Bayern München an. Schon früh kristallisierte sich heraus, dass Beckenbauer mehr als nur ein guter Spieler war – er war ein Denker auf dem Platz, jemand, der das Spiel aus einer strategischen Perspektive betrachtete und es mit seiner Eleganz und seinem Spielverständnis prägte.
Sein Debüt für die erste Mannschaft des FC Bayern gab er 1964, und es dauerte nicht lange, bis er sich zu einem der besten Spieler seiner Generation entwickelte. Mit seiner einzigartigen Spielweise als „Libero“, einer Position, die er wie kein anderer prägte, revolutionierte Beckenbauer die Rolle des Verteidigers. Er war nicht nur ein Abwehrchef, sondern auch ein Spielgestalter, der das Spiel von hinten aufbaute und das Team führte.
Beckenbauers Karriere war geprägt von beispiellosen Erfolgen. Er führte den FC Bayern München in den 1970er-Jahren zu drei aufeinanderfolgenden Europapokalsiegen (1974, 1975, 1976) und prägte eine Ära, die den Verein auf die europäische Fußballlandkarte brachte. Auch in der deutschen Nationalmannschaft war Beckenbauer überaus erfolgreich. Mit nur 21 Jahren nahm er an der Weltmeisterschaft 1966 in England teil, bei der Deutschland im Finale unglücklich gegen das Gastgeberland verlor.
Vier Jahre später spielte Beckenbauer trotz einer Verletzung im legendären „Jahrhundertspiel“ gegen Italien bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, das die Mannschaft nach Verlängerung knapp verlor. Sein größter Triumph als Spieler folgte 1974, als er Deutschland als Kapitän zum Weltmeistertitel im eigenen Land führte; ein Moment, der unvergessen bleibt. Zwei Jahre zuvor hatte er mit der Nationalmannschaft bereits die Europameisterschaft gewonnen.
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb Beckenbauer dem Fußball treu und setzte seine Erfolgsserie als Trainer fort. 1990 führte er Deutschland in Italien zum dritten Weltmeistertitel. Mit diesem Triumph schrieb er Geschichte als einer von nur zwei Menschen, die sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister wurden.
Auch als Funktionär prägte Beckenbauer den FC Bayern nachhaltig. Von 1994 bis 2009 war er Präsident des Vereins und trug entscheidend dazu bei, dass der FC Bayern zu einer globalen Marke und einem der erfolgreichsten Vereine der Welt wurde. Beckenbauer war auch eine treibende Kraft hinter der erfolgreichen Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, die als „Sommermärchen“ in die Geschichte einging.
So groß Beckenbauers Verdienste im Fußball auch waren, so blieb sein späteres Leben nicht frei von Kontroversen. Besonders die Untersuchungen rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 sorgten für Aufsehen und warfen Schatten auf seinen Ruf. Trotz dieser Diskussionen überwiegt für viele die Anerkennung für das, was Beckenbauer für den Fußball erreicht hat.
Er erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, und wurde in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen. Beckenbauers Tod hinterlässt eine große Lücke, aber sein Einfluss auf das Spiel bleibt unvergessen.
Franz Beckenbauer wird in den Herzen der Fußballfans weiterleben. Er prägte nicht nur den FC Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft, sondern veränderte den Fußball, wie wir ihn heute kennen. Beckenbauer war mehr als nur ein Spieler, er war ein Stratege, ein Denker und ein Visionär, der das Spiel auf und neben dem Platz geprägt hat. An seinem Geburtstag gedenken wir eines Mannes, der die Welt des Fußballs für immer verändert hat.
Für Besserwisser hier einige interessante Statistiken zu Franz Beckenbauer:
- Franz Beckenbauer ist der einzige Spieler, der viermal in Folge das Finale des Europapokals der Landesmeister erreicht hat (1974, 1975, 1976 und 1977).
- Franz Beckenbauer ist der erste Spieler, der sowohl als Kapitän als auch als Trainer Weltmeister wurde. Er ist einer von nur drei Fußballern, die dieses Kunststück vollbracht haben (neben Mário Zagallo und Didier Deschamps).
- Franz Beckenbauer hat insgesamt 103 Länderspiele für Deutschland bestritten und dabei 14 Tore erzielt. Er ist damit der Spieler mit den meisten Länderspielen als Libero und der torgefährlichste Abwehrspieler in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.
- Franz Beckenbauer hat als Spieler und Trainer insgesamt 17 Titel gewonnen, darunter sechs deutsche Meisterschaften, drei Europapokale der Landesmeister, zwei Weltmeisterschaften und einen UEFA-Pokal.
- Franz Beckenbauer wurde zweimal zum Europas Fußballer des Jahres (1972 und 1976) und zweimal zum Weltfußballer des Jahres (1976 und 1980) gewählt. Er ist damit einer von nur sechs Spielern, die beide Auszeichnungen mindestens zweimal erhalten haben (neben Cristiano Ronaldo, Lionel Messi, Johan Cruyff, Michel Platini und Marco van Basten).
Bild: Shutterstock | ShutterstockBildquellen auf dieser Seite:
- Franz-Beckenbauer-shutterstock_155810870-crop: Shutterstock | Shutterstock
- Junker_Ju_52_LN-DAH_DNL_aircraft_at_Gotheburgs_airport_Goeteborgs_Flyghamn_1940s-Public-Domain: Public Domain | Public Domain
- Carl_Zeiss_from_Auerbach_1907-gemeinfrei: Public Domain | Public Domain