Heute ist der Safer Internet Day, ein weltweiter Aktionstag, der von klicksafe.de initiiert wurde und der die sichere und verantwortungsvolle Nutzung des Internets fördert. Das diesjährige Motto lautet „Let’s talk about Porno!“ und soll dazu anregen, sich mit dem Thema Pornografie im Netz auseinanderzusetzen. Denn ob wir es wollen oder nicht, Pornos sind allgegenwärtig und beeinflussen die Sexualität und das Selbstbild vieler Jugendlicher.
Pornos sind keine realistische Darstellung von Sex, sondern eine inszenierte und kommerzialisierte Form von Unterhaltung. Sie zeigen oft einseitige, stereotype und unrealistische Bilder von Körpern, Geschlechtern und sexuellen Praktiken. Sie können falsche Erwartungen, Druck und Unsicherheit erzeugen, wenn man sie mit der eigenen Erfahrung oder dem eigenen Wunsch vergleicht. Sie können auch zu einer Abstumpfung, einer Sucht oder einer Verletzung der eigenen oder anderer Grenzen führen, wenn man sie unreflektiert konsumiert oder nachahmt.
Deshalb ist es wichtig, über Pornos zu reden: um sich bewusst zu machen, was sie sind, wie sie wirken und wie man damit umgehen kann. Um sich eine eigene Meinung zu bilden, sich kritisch zu informieren und sich selbst zu schützen. Um zu erkennen, dass Sex mehr ist als das, was Pornos zeigen: ein vielfältiger, individueller und respektvoller Ausdruck von Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen.Wie kann man über Pornos reden?
Über Pornos zu reden ist nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Thema anzusprechen, je nachdem, mit wem und in welchem Kontext man reden möchte. Hier sind einige Tipps, wie man über Pornos reden kann:
- Mit Freunden oder Freundinnen: Wenn man mit Gleichaltrigen über Pornos reden möchte, kann man zum Beispiel fragen, ob sie schon mal welche gesehen haben, was sie davon halten oder wie sie sich dabei fühlen. Man kann auch seine eigene Meinung oder Erfahrung teilen, ohne zu urteilen oder zu verurteilen. Wichtig ist, dass man ehrlich, offen und respektvoll miteinander umgeht und die Privatsphäre der anderen achtet.
- Mit Eltern oder Erziehungsberechtigten: Wenn man mit seinen Eltern oder Erziehungsberechtigten über Pornos reden möchte, kann man zum Beispiel sagen, dass man etwas darüber gehört oder gelesen hat und mehr wissen möchte. Man kann auch seine eigenen Fragen oder Sorgen äußern, ohne sich zu schämen oder zu fürchten. Wichtig ist, dass man vertrauensvoll, neugierig und verständnisvoll miteinander spricht und die Grenzen der anderen respektiert.
- Mit Lehrkräften oder anderen Fachpersonen: Wenn man mit seinen Lehrkräften oder anderen Fachpersonen über Pornos reden möchte, kann man zum Beispiel nachfragen, ob sie das Thema im Unterricht oder in einer Beratung behandeln können. Man kann auch seine eigenen Anliegen oder Bedürfnisse formulieren, ohne sich zu genieren oder zu zögern. Wichtig ist, dass man sachlich, interessiert und mutig miteinander kommuniziert und die Kompetenz der anderen anerkennt.
Über Pornos zu reden ist ein guter Anfang, aber manchmal braucht man auch mehr Informationen, Unterstützung oder Hilfe. Zum Glück gibt es viele Quellen, die einem weiterhelfen können, wenn man mehr über Pornos erfahren möchte. Hier sind einige Beispiele, wo man mehr über Pornos erfahren kann:
- Auf klicksafe.de: Die Website klicksafe.de ist die deutsche EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Sie bietet viele Materialien, Tipps, Links und Videos zum Thema Pornografie im Netz an, sowohl für Jugendliche als auch für Eltern und Lehrer. Zum Safer Internet Day 2024 hat klicksafe.de eine Kampagne gestartet, die zum Dialog über Pornos anregt und verschiedene Aktionen und Angebote bereitstellt.
- Auf loveline.de: Die Website loveline.de ist ein Online-Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für Jugendliche rund um Liebe, Sex und Verhütung. Sie bietet viele Antworten, Fakten, Tests und Spiele zum Thema Pornografie im Netz an, die einem helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich selbst zu schützen.
- Auf Nummer gegen Kummer: Die Nummer gegen Kummer ist eine kostenlose und anonyme Telefon- und Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern, die Probleme oder Sorgen haben. Man kann dort mit geschulten Beraterinnen und Beratern über alles reden, was einem auf dem Herzen liegt, auch über Pornos. Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 111 erreichbar, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, oder online unter nummergegenkummer.de.
Der Safer Internet Day 2024 ist eine gute Gelegenheit, sich mit dem Thema Pornografie im Netz auseinanderzusetzen und darüber zu reden. Denn Pornos sind nicht nur eine harmlose Unterhaltung, sondern eine Herausforderung für die eigene Sexualität und das eigene Selbstbild. Indem man sich informiert, kritisch hinterfragt und respektvoll austauscht, kann man sich eine eigene Haltung zu Pornos entwickeln und sich selbst und andere schützen.

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