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4. März 2007 – Erste nationale Internetwahl

Am 4. März 2007 fand in Estland die erste nationale Internetwahl der Welt statt.

Am 4. März 2007 fand in Estland die erste nationale Internetwahl der Welt statt. Die Wähler konnten ihre Stimme online für die Parlamentswahl abgeben, indem sie sich mit einem elektronischen Ausweis authentifizierten. Die Internetwahl war ein Erfolg: Mehr als 30.000 Wähler, etwa 3,4% der Gesamtzahl, nutzten diese Möglichkeit.

Die Internetwahl war ein Meilenstein für die Demokratie und die digitale Gesellschaft. Estland war schon damals ein Vorreiter in der Nutzung von Informationstechnologie für öffentliche Dienstleistungen, wie z.B. die elektronische Steuererklärung, die elektronische Gesundheitsakte oder die elektronische Unterschrift. Die Internetwahl war ein weiterer Schritt, um die Bürgerbeteiligung zu erhöhen, die Wahlkosten zu senken und die Wahltransparenz zu verbessern.

Seit 2007 hat Estland die Internetwahl bei jeder nationalen und europäischen Wahl angeboten und die Zahl der Online-Wähler ist stetig gestiegen. Bei der letzten Parlamentswahl im Jahr 2023 gaben mehr als 300.000 Wähler, etwa 44% der Gesamtzahl, ihre Stimme online ab. Die Internetwahl hat sich als sicher, vertrauenswürdig und bequem erwiesen, trotz einiger Versuche, sie zu stören oder zu diskreditieren.

Die Internetwahl hat auch andere Länder inspiriert, ähnliche Experimente zu wagen. Länder wie Frankreich, Norwegen, Schweiz, Australien und Kanada haben die Internetwahl bei einigen lokalen oder parteiinternen Wahlen getestet oder eingeführt. Die Internetwahl ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Sie erfordert eine robuste technische Infrastruktur, eine starke rechtliche Grundlage, eine hohe digitale Kompetenz der Wähler und ein hohes Maß an Vertrauen in die Wahlbehörden.

Die Internetwahl ist eine innovative und zukunftsweisende Form der politischen Partizipation, die das Potenzial hat, die Demokratie zu stärken und zu modernisieren. Estland hat gezeigt, dass die Internetwahl möglich und erfolgreich ist, wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt sind. Über das Internet zu wählen könnte durchaus eine Alternative zu der insbesondere in Deutschland verbreiteten Briefwahl sein. Im Gegensatz zur Briefwahl kann bei der Internetwahl eher sichergestellt werden, dass keine Manipulation stattfindet.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • UFO über einem Waldstück KI wn: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
  • Tag der doofen Nuss lustige Nuss KI wn crop: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier
  • Edgar Wallace Gedenktafel: Gemeinfrei | Gemeinfrei
  • Bert Brecht Tussauds Berlin wn crop: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier

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