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28. Juli 1750 – Todestag von Johann Sebastian Bach

Am 28. Juli 1750 starb Johann Sebastian Bach im Alter von 65 Jahren in Leipzig.

Am 28. Juli 1750 starb Johann Sebastian Bach im Alter von 65 Jahren in Leipzig. Mit seinem Tod endete das Leben eines Komponisten, dessen Werk zu den bedeutendsten Leistungen der abendländischen Musikgeschichte zählt. Zugleich begann ein langes Kapitel der weitgehenden Vergessenheit, aus dem seine Musik erst im 19. Jahrhundert wieder vollends hervortreten sollte.

Bach hatte in Leipzig 27 Jahre lang als Thomaskantor gewirkt und war für die Musik an den Hauptkirchen der Stadt sowie für die musikalische Ausbildung der Schüler der Thomasschule verantwortlich gewesen. In dieser Zeit entstand ein Großteil seines geistlichen Werkes, darunter Kantatenzyklen, Passionen, Messen und zahlreiche Choräle. Trotz der immensen Produktivität und der hohen kompositorischen Qualität wurde Bach gegen Ende seines Lebens von vielen als Vertreter eines alten Stils wahrgenommen. Die aufkommende galante Musik des 18. Jahrhunderts mit ihrer klareren Melodik und dem Wunsch nach empfindsamer Ausdruckskraft ließ Bachs kontrapunktisch geprägte Tonsprache konservativ erscheinen.

In seinen letzten Lebensjahren verschlechterte sich Bachs Gesundheitszustand zusehends. Besonders seine Sehkraft ließ stark nach. Zwei Augenoperationen durch einen reisenden britischen Arzt blieben ohne Erfolg und führten vermutlich zu schweren Komplikationen. Nach einem kurzen Zwischenhoch, in dem er angeblich noch ein letztes Choralvorspiel diktierte, verstarb Bach wenige Monate später. Die genaue medizinische Ursache ist nicht überliefert, es wird jedoch angenommen, dass ein Schlaganfall oder eine bakterielle Infektion zum Tod führten.

Bachs Tod wurde zwar von seinen Schülern und seinem direkten Umfeld betrauert, doch in der breiten musikalischen Öffentlichkeit geriet sein Werk schnell in den Hintergrund. Er galt als bedeutender Orgelkomponist und als Meister des Kontrapunkts, doch der emotionale Gehalt und die universelle Ausdruckskraft seiner Werke blieben lange unbeachtet. Erst im Zuge der Romantik wurde Bach allmählich wiederentdeckt. Vor allem Felix Mendelssohn Bartholdy trug mit der Wiederaufführung der Matthäuspassion 1829 maßgeblich dazu bei, Bach als musikalisches Genie neu zu verankern.

Heute gilt der 28. Juli als Tag der Erinnerung an einen Künstler, der weit über seine Zeit hinaus gewirkt hat. Seine Musik wird weltweit aufgeführt, studiert und interpretiert. Werke wie das „Wohltemperierte Klavier“, die „h-Moll-Messe“ oder die „Kunst der Fuge“ gehören zum festen Bestandteil des Repertoires und sind gleichzeitig Studienobjekte für Musiker, Komponisten und Musiktheoretiker.

Bachs Todestag lädt dazu ein, nicht nur an das Ende eines außergewöhnlichen Musikerlebens zu erinnern, sondern auch an die bleibende Kraft seines Schaffens. Seine Musik ist kein Museumsstück, sondern lebt in der Auseinandersetzung, im Hören, im Spielen und im Verstehen. Der Abschluss seines Lebenswerks war zugleich der Beginn eines Erbes, das bis heute lebendig geblieben ist.

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