Der Welttag des Keratokonus (World Keratoconus Day) wird jedes Jahr am 10. November begangen. Er soll auf eine Augenerkrankung aufmerksam machen, die selten ist, aber oft spät erkannt wird. Der Keratokonus ist eine fortschreitende Verformung der Hornhaut, bei der diese dünner wird und sich nach außen wölbt. Dadurch verliert das Auge seine regelmäßige, kuppelförmige Struktur. Das Licht, das ins Auge fällt, wird gestreut und unscharf gebrochen, was zu verzerrtem oder verschwommenem Sehen führt. Häufig wird die Erkrankung zunächst mit einer normalen Fehlsichtigkeit verwechselt, weshalb Betroffene oft erst nach Jahren eine genaue Diagnose erhalten.
Der Tag wurde von der National Keratoconus Foundation in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen, um Wissen über diese Erkrankung zu verbreiten und Betroffenen eine Stimme zu geben. Heute beteiligen sich Augenkliniken, Selbsthilfegruppen und medizinische Fachgesellschaften weltweit an Informationskampagnen. Auch in Deutschland nutzen viele Augenärzte den 10. November, um über moderne Diagnoseverfahren und neue Therapien aufzuklären.
Die Ursachen des Keratokonus sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel genetischer, biochemischer und mechanischer Faktoren aus. Häufig tritt die Erkrankung im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf und kann sich über Jahre hinweg verschlechtern. Früher galt sie als kaum behandelbar, doch die Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. Neben speziellen Kontaktlinsen, die das Sehen verbessern, gibt es heute Verfahren wie das sogenannte Corneal Crosslinking, das die Hornhaut stabilisiert und den Fortschritt der Erkrankung aufhalten kann. In schweren Fällen kann eine Hornhauttransplantation notwendig werden.
Nach Schätzungen betrifft der Keratokonus weltweit etwa 1 von 2000 Menschen, wobei neuere Studien eine höhere Dunkelziffer vermuten lassen. In Deutschland sind mehrere zehntausend Patienten bekannt. Da die Symptome zu Beginn schleichend auftreten, ist die Früherkennung entscheidend. Moderne Geräte wie die Hornhaut-Topografie ermöglichen eine präzise Vermessung der Hornhaut und helfen, die Krankheit schon in frühen Stadien zu erkennen.
Der Welttag des Keratokonus soll Mut machen und zugleich informieren. Er erinnert daran, dass eine frühzeitige Diagnose die Lebensqualität deutlich verbessern kann. Er ruft dazu auf, Sehstörungen ernst zu nehmen und regelmäßige Augenuntersuchungen durchführen zu lassen. Zugleich würdigt er die medizinische Forschung, die neue Wege findet, um das Fortschreiten dieser Erkrankung zu verlangsamen und Betroffenen zu helfen, ihr Sehvermögen zu erhalten.

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