Der Internationale Aktionstag für Frauengesundheit (International Day of Action for Women’s Health) findet jedes Jahr am 28. Mai statt. Er entstand 1987 bei einem internationalen Treffen des Women’s Global Network for Reproductive Rights in Costa Rica. Von Beginn an ging es um die Frage, ob Frauen überall Zugang zu einer sicheren, angemessenen und selbstbestimmten Gesundheitsversorgung erhalten. Ein Schwerpunkt lag auf Schwangerschaft, Geburt, Verhütung und den Folgen unzureichender medizinischer Versorgung.
Frauengesundheit umfasst jedoch weit mehr als die reproduktive Medizin. Frauen können von Krankheiten betroffen sein, die ausschließlich oder besonders häufig bei ihnen auftreten, etwa Endometriose oder das polyzystische Ovarialsyndrom. Hinzu kommen Lebensphasen wie Menstruation, Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre, die eigene gesundheitliche Anforderungen mit sich bringen. Zugleich können Erkrankungen, die Männer und Frauen betreffen, unterschiedlich verlaufen oder unterschiedliche Beschwerden verursachen.
Besonders deutlich wird das bei der Endometriose. Dabei wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter; mögliche Folgen sind starke Schmerzen, chronische Beschwerden und ungewollte Kinderlosigkeit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation betrifft die Erkrankung weltweit schätzungsweise 190 Millionen Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. In Deutschland sind nach Angaben des Bundesforschungsministeriums etwa zwei Millionen Frauen betroffen. Trotzdem dauert es häufig lange, bis die Ursache der Beschwerden erkannt wird.
Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein genauerer Blick nötig. Sie gehören auch bei Frauen zu den häufigsten Todesursachen. Beschwerden können anders wahrgenommen oder eingeordnet werden; außerdem spielen Schwangerschaftskomplikationen, hormonelle Veränderungen und gynäkologische Erkrankungen für spätere Risiken eine Rolle. Eine Medizin, die solche Zusammenhänge berücksichtigt, kann Diagnosen verbessern und Behandlungen gezielter machen.
Der Aktionstag am 28. Mai erinnert daran, dass gute Gesundheitsversorgung nicht bei einzelnen Vorsorgeuntersuchungen endet. Sie setzt voraus, Beschwerden ernst zu nehmen, Forschungslücken zu schließen und Krankheiten so zu behandeln, wie sie sich bei Frauen tatsächlich zeigen.
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