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3. Juni 1492 – Martin Behaim präsentiert den ersten Globus

Martin Behaim präsentierte am 3. Juni 1492 den ersten Globus, der als „Erdapfel“ in die Annalen eingehen sollte.

In der freien Reichsstadt Nürnberg wurde an diesem denkwürdigen Tag Geschichte geschrieben. Martin Behaim, ein bedeutender deutscher Kartograf und Seefahrer, präsentierte der Welt den ersten Globus, der als „Erdapfel“ in die Annalen eingehen sollte. Diese Kugel, ein handwerkliches und wissenschaftliches Meisterwerk, symbolisiert den Beginn einer neuen Ära in der Geographie und Kartographie.

Nürnberg, im 15. Jahrhundert ein blühendes Zentrum für Kunst, Wissenschaft und Handel, bot den idealen Nährboden für ein solches Projekt. Die Stadt war bekannt für ihre Handwerkskunst und ihre florierende Buchdruckindustrie, die zur Verbreitung von Wissen beitrug. Martin Behaim, ein in Nürnberg ansässiger Gelehrter, nutzte diese Ressourcen, um seine Vision zu verwirklichen.

Geboren 1459 in Nürnberg, verbrachte Behaim einen Großteil seines Lebens auf Reisen. Er war ein Schüler des berühmten Mathematikers und Kartografen Johannes Müller, besser bekannt als Regiomontanus. Behaim reiste viel und kam in Portugal in Kontakt mit den Entdeckern und Seefahrern seiner Zeit. Diese Erfahrungen und sein Wissen über Astronomie und Geographie flossen in sein Projekt ein.

Der Globus, den Behaim am 3. Juni 1492 präsentierte, war etwa 51 Zentimeter im Durchmesser und aus einem mit Gips überzogenen Leinenkorpus gefertigt. Auf dieser Kugel waren die damals bekannten Kontinente und Ozeane dargestellt. Behaims Globus basiert auf den geografischen Kenntnissen seiner Zeit, einschließlich der Berichte von Marco Polo und der Ptolemäischen Weltkarte.

Der „Erdapfel“ zeigt Europa, Asien und Afrika, wie sie zu dieser Zeit bekannt waren. Die Küstenlinien und Ländergrenzen sind erstaunlich präzise dargestellt, wenn man die damaligen begrenzten Navigationsmöglichkeiten und geographischen Kenntnisse berücksichtigt. Allerdings fehlen auf dem Globus der Eintrag Amerikas, da Kolumbus seine Entdeckungsreise erst wenige Monate nach der Präsentation des Globus begann.

Die Vorstellung eines runden Erdkörpers war zu dieser Zeit revolutionär. Der Globus ermöglichte es, die Erde als Ganzes zu betrachten und förderte ein besseres Verständnis der globalen Geographie. Er war ein unverzichtbares Werkzeug für Seefahrer und Entdecker, die danach strebten, neue Handelsrouten zu finden und unbekannte Länder zu entdecken.

Behaims Globus stellte eine wichtige Brücke zwischen mittelalterlichem Wissen und der aufkommenden wissenschaftlichen Revolution dar. Er war ein Vorläufer der genauen Karten und Globen, die später von Kartografen wie Gerhard Mercator erstellt wurden. Sein Werk beeinflusste Generationen von Geographen und Entdeckern und trug wesentlich zur europäischen Expansion und Entdeckung bei.

Heute wird der original „Erdapfel“ im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrt. Er ist nicht nur ein bedeutendes historisches Artefakt, sondern auch ein Symbol für menschliche Neugier und den Drang, die Welt zu verstehen und zu erkunden.

Der 3. Juni 1492 markiert somit einen Meilenstein in der Geschichte der Kartographie. Martin Behaim’s Globus ist ein Zeugnis der Innovationskraft und des wissenschaftlichen Fortschritts des späten Mittelalters und bleibt ein faszinierendes Relikt einer Zeit, in der die Weltkarte noch viele leere Stellen aufwies, die darauf warteten, entdeckt zu werden.

Bild: Gemeinfrei | Gemeinfrei

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