Kalender

9. Juni 2026 – Welt-Antiphospholipid-Syndrom-Tag

Am 9. Juni wird der Welt-Antiphospholipid-Syndrom-Tag begangen. Der internationale Aktionstag wurde im Jahr 2010 von der APS Foundation of America ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für eine wenig bekannte, aber potenziell schwerwiegende Autoimmunerkrankung zu fördern

Am 9. Juni wird der Welt-Antiphospholipid-Syndrom-Tag begangen. Der internationale Aktionstag wurde im Jahr 2010 von der APS Foundation of America ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für eine wenig bekannte, aber potenziell schwerwiegende Autoimmunerkrankung zu fördern: das Antiphospholipid-Syndrom, kurz APS. Die Stiftung wählte den 9. Juni aus Anlass ihres eigenen Gründungsjubiläums fünf Jahre zuvor und etablierte damit einen festen Tag im Kalender der medizinischen Aufklärung.

Das Antiphospholipid-Syndrom gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen fälschlicherweise als fremd erkennt und bekämpft. Im Fall von APS richten sich Antikörper gegen Phospholipid-gebundene Proteine im Blut. Diese Fehlsteuerung des Immunsystems führt zu einer erhöhten Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln. Die Folgen können gravierend sein: Thrombosen in Venen oder Arterien, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Lungenembolien oder bei Frauen wiederholte Fehlgeburten. Besonders tragisch ist, dass APS häufig erst spät erkannt wird, weil die Symptome unspezifisch erscheinen und die Erkrankung selbst vielen Ärzten noch immer wenig geläufig ist.

Medizinisch unterscheidet man zwischen einem primären APS, das ohne Begleiterkrankung auftritt, und einem sekundären APS, das häufig in Zusammenhang mit systemischem Lupus erythematodes oder anderen Autoimmunerkrankungen steht. Die Diagnose basiert auf dem Nachweis sogenannter Antiphospholipid-Antikörper im Blut und dem gleichzeitigen Vorliegen typischer klinischer Ereignisse wie Thrombosen oder Komplikationen in der Schwangerschaft. Diese Kombination ist entscheidend, da die Antikörper auch bei Gesunden vorübergehend auftreten können.

Die Behandlung besteht in der Regel aus einer lebenslangen medikamentösen Hemmung der Blutgerinnung. Häufig kommen orale Antikoagulanzien wie Warfarin zum Einsatz, bei bestimmten Situationen auch Heparin oder niedrig dosiertes Acetylsalicylsäure. Ziel ist es, erneuten thromboembolischen Ereignissen vorzubeugen. Bei Frauen mit Kinderwunsch kann eine frühzeitige Therapie die Chancen auf eine komplikationsfreie Schwangerschaft deutlich verbessern. In seltenen Fällen kann sich das sogenannte katastrophale APS entwickeln, bei dem es innerhalb kürzester Zeit zu multiplen Gefäßverschlüssen kommt. Diese Form ist lebensbedrohlich und erfordert eine intensivmedizinische Behandlung.

Der Welt-Antiphospholipid-Syndrom-Tag soll die Aufmerksamkeit nicht nur auf die medizinischen Fakten lenken, sondern auch auf die Perspektive der Betroffenen. Viele berichten von einem langen Weg bis zur richtigen Diagnose, der geprägt ist von Unsicherheit, wiederkehrenden Symptomen und Fehldeutungen.

Der Aktionstag bietet eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen, für wissenschaftliche Aufklärung und für öffentlichkeitswirksame Kampagnen. In sozialen Medien werden häufig Beiträge unter dem Hashtag #APSDay oder #WorldAPSDay geteilt. Die Farbe Burgunderrot gilt dabei als symbolische Farbe des Tages.

Bildquellen auf dieser Seite:

  • Lacoste Geschäft shutterstock_1431650108 crop: Shutterstock | Shutterstock
  • Nostradamus_by_Cesar-Gemeinfrei: Gemeinfrei | Gemeinfrei
  • UFO wesley-tingey-oF1X4P0dCEU-unsplash: unsplash+ | Unsplash+

Heute ist außerdem...

Sehen Sie, was heute sonst noch los ist.

Entdecken