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19. Juni 1947 – Geburtstag Salman Rushdie

Am 19. Juni feiert der Schriftsteller Salman Rushdie seinen Geburtstag. Der gebürtige Inder gehört zu den einflussreichsten Autoren der Gegenwart.

Am 19. Juni feiert der Schriftsteller Salman Rushdie seinen Geburtstag. Der gebürtige Inder gehört zu den einflussreichsten Autoren der Gegenwart. Sein Werk steht für sprachliche Brillanz, kulturelle Vielfalt und das beharrliche Eintreten für die Meinungsfreiheit. Gleichzeitig ist sein Leben ein Beispiel dafür, wie Literatur zu einem politischen Risiko werden kann.

Salman Rushdie wurde 1947 in Bombay geboren, kurz vor der Unabhängigkeit Indiens. Er wuchs in einer gebildeten muslimischen Familie auf und wurde in England erzogen. Nach der Schulzeit an der renommierten Rugby School studierte er Geschichte am King’s College in Cambridge. Schon früh zeigte sich seine Leidenschaft für Sprache, Erzähltraditionen und die politischen Spannungen zwischen Ost und West.

Der internationale Durchbruch gelang ihm 1981 mit dem Roman Midnight’s Children, auf Deutsch unter dem Titel Mitternachtskinder erschienen. Das Buch erzählt die Geschichte eines Jungen, der in der Nacht der indischen Unabhängigkeit geboren wird, und verknüpft persönliche Erlebnisse mit der politischen Entwicklung des Landes. Es wurde mit dem Booker Prize ausgezeichnet und mehrmals zum besten Werk gewählt, das diesen Preis je erhalten hat.

Sein wohl bekanntestes und zugleich umstrittenstes Werk ist The Satanic Verses von 1988. In Teilen der islamischen Welt wurde der Roman als beleidigend empfunden. Der damalige iranische Revolutionsführer Ayatollah Khomeini rief 1989 zur Ermordung des Autors auf. Diese Fatwa hatte schwerwiegende Folgen: Rushdie musste jahrelang unter Polizeischutz leben, seine Übersetzer und Verleger wurden Ziel von Gewalt. Einige verloren dabei ihr Leben.

Trotz dieser Bedrohung setzte Rushdie seine schriftstellerische Arbeit fort. Er veröffentlichte Romane wie The Moor’s Last Sigh, Shalimar the Clown und The Golden House. In seinem autobiografischen Werk Joseph Anton schilderte er sein Leben im Verborgenen. Zuletzt erschien 2023 der Roman Victory City, in dem er erneut Mythen, Geschichte und politische Reflexionen miteinander verknüpfte.

Neben seinem literarischen Werk engagierte sich Rushdie immer wieder öffentlich für die Meinungsfreiheit. Er hielt Vorträge, schrieb Essays und meldete sich zu politischen Fragen zu Wort. Dabei betonte er stets, dass das Recht auf freie Rede ein universelles Gut sei, das nicht aus Rücksicht auf religiöse oder politische Empfindlichkeiten eingeschränkt werden dürfe.

Im August 2022 wurde Rushdie bei einer Lesung in den USA schwer verletzt. Der Angriff verdeutlichte, dass die Bedrohung, die von der damaligen Fatwa ausging, auch Jahrzehnte später noch wirksam ist.

Heute lebt Salman Rushdie zurückgezogen, aber nicht verstummt. Zu seinem Geburtstag würdigen Leser, Kollegen und Kritiker sein Lebenswerk. Sein Mut und seine Stimme bleiben bedeutend in einer Zeit, in der die Freiheit des Wortes vielerorts unter Druck gerät.

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