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21. Juli 2023 – Todestag Tony Bennett

Tony Bennett war einer der größten Jazzsänger und Entertainer aller Zeiten. Er verstarb am 21. Juli 2023 im Alter von 96 Jahren in New York.

Am 21. Juli jährt sich der Todestag von Tony Bennett. Der amerikanische Sänger, der mit Liedern wie „Because of You“, „Rags to Riches“ und vor allem „I Left My Heart in San Francisco“ berühmt wurde, starb am 21. Juli 2023 im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt New York. Seine Laufbahn umfasste mehr als sieben Jahrzehnte. Während sich musikalische Moden ständig änderten, hielt Bennett am traditionellen amerikanischen Popsong und am Jazz fest und gewann damit bis ins hohe Alter immer neue Hörer.

Tony Bennett wurde am 3. August 1926 unter dem Namen Anthony Dominick Benedetto im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Er wuchs in Astoria als Sohn einer Familie italienischer Herkunft auf. Sein Vater starb, als Bennett zehn Jahre alt war; seine Mutter ernährte die Familie anschließend mit ihrer Arbeit als Schneiderin. Bennett besuchte die High School of Industrial Arts, an der er Musik und Malerei studierte, verließ die Schule jedoch mit 16 Jahren, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Neben verschiedenen Aushilfsarbeiten trat er als singender Kellner auf.

1944 wurde Bennett zur US-Armee eingezogen. Als Infanterist kam er während der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs nach Europa und nahm an den Kämpfen in Deutschland teil. Seine Einheit war 1945 an der Befreiung eines zum Konzentrationslager Dachau gehörenden Lagers bei Landsberg am Lech beteiligt. Die Kriegserlebnisse und die Diskriminierung schwarzer Soldaten innerhalb der amerikanischen Armee prägten seine späteren pazifistischen und politischen Überzeugungen. 1965 unterstützte er die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und nahm am Marsch von Selma nach Montgomery teil.

Nach seiner Entlassung aus der Armee kehrte Bennett 1946 nach New York zurück. Mithilfe eines Förderprogramms für Kriegsveteranen studierte er am American Theatre Wing und ließ sich unter anderem in der aus dem Operngesang stammenden Belcanto-Technik ausbilden. Zunächst trat er unter dem Namen Joe Bari auf. Der Durchbruch kam 1949, nachdem ihn die Sängerin Pearl Bailey für einen Auftritt verpflichtet hatte und der Komiker Bob Hope auf ihn aufmerksam wurde. Hope vereinfachte seinen italienischen Namen zu Tony Bennett und nahm den jungen Sänger mit auf Tournee. Kurz darauf erhielt Bennett einen Plattenvertrag bei Columbia Records.

Mit „Because of You“ erreichte Bennett 1951 erstmals die Spitze der amerikanischen Hitparade. Es folgten Erfolge wie „Cold, Cold Heart“, „Blue Velvet“, „Rags to Riches“ und „Stranger in Paradise“. Sein größter und dauerhaftester Erfolg wurde jedoch „I Left My Heart in San Francisco“. Das 1962 veröffentlichte Lied erreichte zwar nur Platz 19 der amerikanischen Singlecharts, entwickelte sich aber zu Bennetts Erkennungsmelodie. Die Aufnahme brachte ihm seine ersten beiden Grammys ein, darunter die Auszeichnung für die Aufnahme des Jahres.

Mit dem Aufstieg von Rock und Pop verlor Bennetts Musik in den späten 1960er- und 1970er-Jahren an kommerzieller Bedeutung. Der Versuch seiner Plattenfirma, ihn zu zeitgenössischen Popsongs zu drängen, scheiterte. Bennett trennte sich von Columbia, gründete ein eigenes Label und geriet in erhebliche finanzielle und persönliche Schwierigkeiten. Nach einer beinahe tödlichen Überdosis im Jahr 1979 übernahm sein Sohn Danny das Management. Statt Bennetts Stil zu verändern, präsentierte er den Sänger gezielt einem jüngeren Publikum. Auftritte in Fernsehshows, an Hochschulen und in kleineren Theatern machten Bennett wieder bekannt.

Den Höhepunkt dieses Comebacks bildete 1994 ein Auftritt in der Sendereihe „MTV Unplugged“. Das zugehörige Album gewann 1995 den Grammy als Album des Jahres. Bennett hatte damit gezeigt, dass die Lieder des sogenannten Great American Songbook auch bei einem Publikum ankamen, das überwiegend mit Rock und moderner Popmusik aufgewachsen war. Insgesamt erhielt er 19 reguläre Grammys sowie 2001 den Grammy für sein Lebenswerk, der häufig als 20. Auszeichnung mitgezählt wird.

Im neuen Jahrtausend arbeitete Bennett verstärkt mit jüngeren Musikern zusammen. Er sang unter anderem mit k.d. lang, Amy Winehouse, Christina Aguilera, Diana Krall und Lady Gaga. Das Album „Duets II“ brachte ihm 2011 im Alter von 85 Jahren erstmals Platz eins der amerikanischen Albumcharts. Diesen Altersrekord übertraf er 2014 mit „Cheek to Cheek“, seinem gemeinsamen Album mit Lady Gaga, das ebenfalls die Spitze der Charts erreichte. Ihr zweites gemeinsames Album „Love for Sale“ erschien 2021 und wurde Bennetts letzte Studioaufnahme.

Bereits 2016 war bei Bennett Alzheimer festgestellt worden; öffentlich bekannt wurde die Erkrankung erst 2021. Trotz zunehmender Gedächtnisprobleme konnte er weiterhin singen und aufnehmen. Seine letzten Konzerte gab er im August 2021 gemeinsam mit Lady Gaga in der New Yorker Radio City Music Hall. Danach zog er sich von der Bühne zurück.

Neben der Musik widmete sich Bennett der Malerei und stellte seine Bilder unter seinem Geburtsnamen Benedetto aus. Gemeinsam mit seiner Frau Susan gründete er die Organisation Exploring the Arts, die den Kunstunterricht an öffentlichen Schulen unterstützt. Außerdem war er an der Gründung der Frank Sinatra School of the Arts in Queens beteiligt. Tony Bennett hinterließ damit nicht nur ein umfangreiches musikalisches Werk. Er bewahrte einen klassischen Gesangsstil über mehrere Generationen hinweg und bewies, dass künstlerische Beständigkeit nicht zwangsläufig Stillstand bedeutet.

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