Jedes Jahr am 16. Oktober wird weltweit der Tag der Wiederbelebung, auch World Restart a Heart Day genannt, begangen. Der Aktionstag soll Menschen dazu ermutigen, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand nicht tatenlos zuzusehen, sondern selbst einzugreifen. Denn häufig entscheiden die ersten Minuten darüber, ob ein Mensch überlebt und welche gesundheitlichen Folgen zurückbleiben.
Die Ursprünge des Aktionstages liegen in Europa. Auf Initiative des Europäischen Rates für Wiederbelebung (European Resuscitation Council) fand am 16. Oktober 2013 erstmals der europäische „Restart a Heart Day“ statt. Im Jahr 2018 wurde daraus eine weltweite Initiative unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR). Seither beteiligen sich zahlreiche Länder mit Informationskampagnen, öffentlichen Vorführungen und kostenlosen Wiederbelebungstrainings.
Ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand kann jeden treffen – unabhängig von Alter oder körperlicher Fitness. Das Herz hört auf, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch wird auch das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Bereits nach wenigen Minuten können bleibende Schäden entstehen. Da der Rettungsdienst selbst unter günstigen Bedingungen einige Minuten benötigt, kommt anwesenden Personen eine entscheidende Rolle zu.
Dabei ist Wiederbelebung einfacher, als viele glauben. Die wichtigste Botschaft lautet: Prüfen, Rufen, Drücken. Reagiert eine Person nicht und atmet sie nicht normal, muss sofort der Notruf 112 verständigt und mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Dazu werden beide Hände übereinander auf die Mitte des Brustkorbs gelegt. Mit gestreckten Armen drückt man etwa 100- bis 120-mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter tief. Der Rhythmus des Bee-Gees-Klassikers „Stayin’ Alive“ eignet sich dabei als Orientierung.
Wer in der Beatmung geschult ist, kann zusätzlich nach jeweils 30 Herzdruckmassagen zwei Atemspenden geben. Ungeübte Helfer können sich auf die kontinuierliche Herzdruckmassage konzentrieren. Auch ein automatisierter externer Defibrillator (AED), wie er mittlerweile an vielen öffentlichen Orten bereitsteht, kann Leben retten. Die Geräte geben verständliche Anweisungen und sind ausdrücklich für die Benutzung durch Laien vorgesehen.
Untersuchungen zeigen, dass eine sofort begonnene Wiederbelebung durch anwesende Personen die Überlebenschancen verdoppeln oder sogar verdreifachen kann. Trotzdem zögern viele Menschen aus Angst, etwas falsch zu machen. Genau diese Unsicherheit möchte der Tag der Wiederbelebung abbauen.
Der Aktionstag erinnert daran, dass lebensrettende Maßnahmen keineswegs ausschließlich Sache medizinischer Fachkräfte sind. Schon grundlegende Kenntnisse und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, können im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen. Denn der größte Fehler ist häufig, überhaupt nichts zu tun.
