Am 3. November 1956 wurde ein Meilenstein in der deutschen Mediengeschichte gesetzt: Der erste Fernsehwerbespot wurde im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Es war eine Persil-Werbung, die in einem bayerischen Wirtshaus spielte und mit dem Slogan “Dafür gibt’s doch, Gott sei Dank, Persil” endete.
Der 55 Sekunden lange Film war eine kleine Sensation, denn er war nicht nur die erste Reklame im Fernsehen, sondern auch die erste mit bekannten Schauspielern. Die Komiker Liesl Karlstadt und Beppo Brem verkörperten ein Ehepaar, das beim Essen einen kleinen Unfall hat: Der Mann spritzt beim Schneiden des Bratens Soße auf die weiße Tischdecke. Die Frau schimpft ihn dafür aus, doch der Wirt beruhigt sie und lobt das Waschmittel Persil, das die Flecken entfernen kann.
Der Spot hatte einen Vorspann, einen eingeblendeten Titel (“Mahlzeit!”) und wurde vom damaligen Intendanten des Bayerischen Rundfunks (BR), Franz Stadelmayer, persönlich angekündigt. Das Programm wurde dafür um eine halbe Stunde verlängert. Der BR hatte einen besonderen Grund, die Persil-Werbung zu senden: Er hatte mit dem Henkel-Konzern einen Pachtvertrag geschlossen, der ihm das Recht auf ein Grundstück auf dem Wendelstein sicherte. Dort wollte der Sender seinen ersten Sendemasten aufstellen, um mehr Zuschauer zu erreichen. Als Gegenleistung erhielt Henkel das Privileg, die erste Werbesendung im Fernsehen zu schalten.
Damals gab es in Deutschland etwa 2,5 Millionen Fernsehgeräte. Die Werbung war noch ein Novum, das viele Zuschauer neugierig machte. Heute ist sie aus dem Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Vor allem die privaten Sender sind auf sie angewiesen, um ihre Programme zu finanzieren. Die Art der Spots hat sich im Laufe der Zeit verändert: Sie sind kürzer, emotionaler und vielfältiger geworden. Doch die erste Fernsehwerbung in Deutschland bleibt unvergessen: Persil machte Geschichte.
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