Am 16. September 1979 gelang den Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck, Thüringen, eine der spektakulärsten Fluchten aus der DDR. Mit einem selbstgebauten Heißluftballon überquerten sie die innerdeutsche Grenze und erreichten nach einer 28-minütigen Fahrt sicher das bayerische Naila.
Die Flucht war das Ergebnis monatelanger, akribischer Vorbereitung. Peter Strelzyk und Günter Wetzel, beide Arbeitskollegen, hatten gemeinsam mit ihren Ehefrauen und Kindern drei Ballons gebaut. Der erste Versuch scheiterte, weil der verwendete Stoff nicht dicht genug war. Beim zweiten Versuch war die Gondel zu klein, sodass nur die Familie Strelzyk den Fluchtversuch unternahm, der ebenfalls misslang. Doch die Familien gaben nicht auf und arbeiteten weiter an einem dritten Ballon, der schließlich den Erfolg brachte.
In der Nacht des 16. September 1979 starteten sie von einer Lichtung zwischen Oberlemnitz und Heinersdorf. Trotz eisiger Temperaturen und der Gefahr, entdeckt zu werden, gelang es ihnen, die Grenze zu überqueren. Nach der Landung versteckten sie sich zunächst, bis sie sicher waren, dass sie in Westdeutschland angekommen waren.
Dieses mutige und dramatische Ereignis wurde 2018 in dem deutschen Thriller “Ballon” von Michael „Bully“ Herbig verfilmt. Der Film erzählt die Geschichte der beiden Familien und ihrer waghalsigen Flucht und bringt die Spannung und Dramatik dieser Nacht eindrucksvoll auf die Leinwand.
Die Ballonflucht der Familien Strelzyk und Wetzel bleibt ein beeindruckendes Beispiel für den Mut und die Entschlossenheit der Menschen, die das Risiko auf sich nahmen, um der Unterdrückung in der DDR zu entkommen und ein Leben in Freiheit zu führen.
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