Am 26. Oktober 1977 fuhr die letzte reguläre Dampflok der Deutschen Bundesbahn in den Rangierbahnhof Emden ein. Damit endete eine 142-jährige Geschichte, die mit dem “Adler” zwischen Nürnberg und Fürth begonnen hatte. Die Dampflokomotiven, die einst das Symbol der Eisenbahn waren, wurden von moderneren und effizienteren Diesel- und Elektrolokomotiven abgelöst.
Zum Ende der Dampflok-Ära warb die Deutsche Bundesbahn mit einem Plakat auf dem stand: „Unsere Loks gewöhnen sich das Rauchen ab“.

Die Dampflokära war geprägt von technischen Innovationen und Leistungssteigerungen, aber auch von politischen Umbrüchen und sozialen Veränderungen. Die Dampfloks waren nicht nur Transportmittel, sondern auch Zeugen der Industrialisierung, der Weltkriege, der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands. Sie faszinierten Generationen von Eisenbahnfans mit ihrem charakteristischen Aussehen, ihrem Klang und ihrem Geruch.
Die Abschiedsfahrten der letzten Dampfloks wurden von zahlreichen Schaulustigen und Fotografen begleitet. Viele schwangen Taschentücher oder Fahnen zum Abschied. Einige Lokführer ließen ihre Loks noch einmal pfeifen oder qualmen, um ihnen ein würdiges Ende zu bereiten.
Heute sind die Dampfloks nur noch als Museumsstücke oder als Attraktionen für Sonderfahrten zu sehen. In Deutschland gibt es noch etwa 500 erhaltene Dampfloks, von denen etwa 150 betriebsfähig sind. Sie werden von Vereinen, Stiftungen oder Privatpersonen betreut und erhalten. Sie erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Jung und Alt, die sich an die vergangene Zeit erinnern oder sie neu entdecken wollen.
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