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9. August 2025 – Tag der Polka

Am 9. August feiern die USA den Tag der Polka (National Polka Day), einen Tag, der der polnischen Musik und dem polnischen Tanz gewidmet ist.

Der Tag der Polka (National Polka Day) würdigt eine der lebendigsten Tanz- und Musikformen Europas, die im 19. Jahrhundert aus Böhmen in alle Himmelsrichtungen auszog und bis heute Festzelte, Tanzsäle und Straßenfeste prägt. In den USA ist die Bezeichnung als Aktionstag verbreitet, oft im Umfeld regionaler Feste und Wochenenden, an denen Polka-Bands aufspielen und Tanzvereine ihre Tradition zeigen. Berühmt ist etwa das große Polka-Festival in Texas, das seit den späten sechziger Jahren jährlich zehntausende Besucher anzieht.

Historisch führt die Spur der Polka in die 1830er Jahre nach Böhmen, das heutige Tschechien. Von dort gelangte der neue Modetanz zunächst nach Prag und Wien, kurz darauf nach Paris und London. In wenigen Jahren entstand eine regelrechte Polkamanie. Ballorchester nahmen das Repertoire auf, Verleger druckten Tanzanleitungen, und Komponisten lieferten Stücke in Serie. Johann Strauss Vater und sein Sohn brachten die Polka in die großen Konzertsäle, man denke an die Tritsch-Tratsch-Polka des Jüngeren. Auch Bedřich Smetana schrieb Polkas, im Konzertsaal wie am Klavier. Der Tanz blieb dabei, trotz aller Salonreife, grundlegend volksnah. Er verband das Temperament ländlicher Feste mit der Eleganz städtischer Ballkultur.

Was eine Polka ausmacht, lässt sich leicht beschreiben und schwer vergessen. Sie steht im Zweivierteltakt, wird zügig gespielt und lebt von einem federnden Grundschritt mit kleinen Sprüngen, raschen Vorwärtsbewegungen und Drehungen im Paar. Das Klangbild ist unmittelbar erkennbar. Akkordeon, Klarinette, Trompete und die markante Tuba setzen das bekannte Oompah-Fundament, darüber führen Melodieinstrumente schnelle, kantable Linien. Die Musik ist funktional fürs Parkett und zugleich eigenständig genug, um auch konzertant zu wirken.

Die Polka wirkte schnell über sich hinaus. In den europäischen Tanzsälen des 19. Jahrhunderts stand sie neben Walzer, Galopp und Mazurka und beförderte Mischformen wie Polka-Mazurka oder Redowa. In Deutschland und Österreich fand sie Anschluss an regionale Formen. In Bayern und Böhmen entstand ein Nebeneinander aus Polka und Walzer, das bis in Tänze mit wechselnden Taktarten hineinwirkt. In Irland wurde die Polka Teil der Set-Dance-Tradition, besonders in Sliabh Luachra, wo sie in Sessions bis heute eine Hauptrolle spielt. In Skandinavien gehört sie wie selbstverständlich in das Repertoire der Volksmusikensembles.

Besonders deutlich zeigt sich die Wandlungsfähigkeit in Nordamerika. Mit deutschsprachigen und tschechischen Einwanderern kamen Tanz und Instrumentarium in die Neue Welt, wo sich regionale Stile entwickelten. Aus Polka, Walzer und Marsch entstand der jeweilige Klang von Tanzkapellen im Mittleren Westen. In Texas trafen die europäischen Muster auf hispanische Traditionen. Das Akkordeon rückte ins Zentrum, und es bildeten sich Conjunto und Norteño, die rhythmische Figuren und Begleitmuster der Polka bis heute hörbar fortführen. Auch der sogenannte Oberkrainer-Sound aus Slowenien, der seit den fünfziger Jahren die volkstümliche Musik im Alpenraum geprägt hat, schöpft hörbar aus Polka und Walzer und gab dem Genre eine eigene, bis heute populäre Note.

Der Tag der Polka knüpft an diese Geschichte an, ohne sie zu musealisieren. Er erinnert daran, dass die Polka immer beides war. Ein Gesellschaftstanz, der einfach Freude macht, und ein musikalisches Prinzip, das sich an neue Umfelder anpasst. Ihre Wirkung auf andere Tänze zeigt sich überall dort, wo der antreibende Zweivierteltakt zu neuen Schritten anregt und wo das Wechselspiel aus federndem Bass und heller Melodie die Menschen auf die Fläche zieht. Die Polka ist damit weniger ein historisches Kapitel als ein lebendiges Format, das sich seit fast zwei Jahrhunderten beständig erneuert.

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