Der Welttag gegen Liebesbetrug im Internet (World Romance Scam Prevention Day) wird jedes Jahr am 3. Oktober begangen. Ins Leben gerufen wurde er von der Organisation Advocating Against Romance Scammers, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, weltweit über die Gefahren von sogenannten Romance Scams aufzuklären. Unter diesem Begriff versteht man eine Form des Betrugs, bei der Täter über das Internet gezielt emotionale Nähe aufbauen, um ihre Opfer zu manipulieren und finanziell auszunutzen. Die Betroffenen lernen vermeintliche Partner über Dating-Portale, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste kennen, oft über längere Zeiträume hinweg. Mit viel Einfühlungsvermögen und psychologischem Geschick gelingt es den Betrügern, Vertrauen zu schaffen, das später missbraucht wird, um Geldforderungen zu stellen oder sensible Daten zu erpressen.
Dieser Aktionstag dient in erster Linie der Aufklärung. Er soll Betroffene bestärken, ihre Erfahrungen nicht zu verschweigen, und er will zugleich präventiv wirken, indem er mögliche Opfer sensibilisiert. Experten weisen darauf hin, dass viele Betroffene aus Scham keine Anzeige erstatten, wodurch die Dunkelziffer sehr hoch ist. Der Tag soll Hemmschwellen abbauen und verdeutlichen, dass jeder Mensch Opfer solcher Manipulationen werden kann. Neben Informationskampagnen finden Webinare, Medienberichte und Auftritte in sozialen Netzwerken statt, bei denen Experten, Betroffene und Organisationen auf die verschiedenen Maschen aufmerksam machen.
Die Zahlen belegen, wie ernst das Problem ist. Die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC meldete allein für das Jahr 2023 Schäden in Höhe von rund 1,14 Milliarden US-Dollar, die durch Romance Scams verursacht wurden. Damit zählt diese Betrugsform zu den teuersten Varianten des Online-Betrugs überhaupt. Auch in Europa nimmt die Zahl der Fälle stetig zu. In Deutschland warnen sowohl das Bundeskriminalamt als auch Verbraucherzentralen regelmäßig vor dieser Art von Kriminalität. Besonders perfide ist, dass die Täter häufig mit falschen Identitäten agieren und Bilder unbeteiligter Personen aus dem Internet stehlen, um ihre Geschichten glaubwürdig wirken zu lassen.
Der Welttag gegen Liebesbetrug im Internet richtet den Blick auch auf die Verantwortung von Plattformbetreibern. Dating-Portale und soziale Netzwerke werden zunehmend aufgefordert, technische Sicherheitsmaßnahmen auszubauen und Nutzer besser über Risiken zu informieren. Einige Anbieter wie Tinder nutzen den Tag gezielt, um über ihre Kanäle Tipps zum Schutz vor Betrug zu verbreiten, etwa indem sie betonen, niemals Geld an Personen zu überweisen, die man ausschließlich online kennt. Auf diese Weise wird versucht, ein größeres Bewusstsein zu schaffen und die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass Betrüger Erfolg haben.
Langfristig verfolgt der Tag ein doppeltes Ziel. Zum einen geht es darum, Betrugsstrukturen sichtbar zu machen und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Tragweite dieser Kriminalität zu schärfen. Zum anderen soll er Betroffenen Mut machen, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen, um so anderen zu helfen, ähnliche Fehler zu vermeiden. Die Initiatoren des Tages sind überzeugt, dass Aufklärung der wichtigste Schutz ist, denn nur wer die Methoden kennt, kann Warnsignale rechtzeitig erkennen. Insofern hat der Welttag gegen Liebesbetrug im Internet eine wichtige Funktion als internationaler Aktionstag, der Aufmerksamkeit schafft und Menschen ermutigt, wachsam zu bleiben.

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