Am zweiten Freitag im Oktober wird in den USA der National Haunted House Day gefeiert, der auf Deutsch als Tag des Spukhauses bekannt ist. Er ehrt eine ganz besondere Form der Unterhaltung, die seit Jahrzehnten fest zur amerikanischen Herbstkultur gehört. In unzähligen Städten öffnen an diesem Tag schaurig geschmückte Häuser und professionelle Grusellabyrinthe ihre Türen, um Besuchern wohligen Schrecken einzujagen. Der Ursprung dieser Tradition liegt in den 1930er Jahren, als Kirchen und Vereine begannen, in alten Gebäuden oder Scheunen kleine Gruselkabinette einzurichten, um Spenden zu sammeln und Halloween-Veranstaltungen zu ergänzen.
Heute ist daraus ein bedeutender Wirtschaftszweig geworden. Laut der Haunted Attraction Association gibt es in den Vereinigten Staaten über 1.200 kommerzielle Spukhäuser, die jedes Jahr Millionen Besucher anlocken und zusammen einen Umsatz von mehreren hundert Millionen Dollar erzielen. Viele dieser Attraktionen arbeiten mit professionellen Schauspielern, aufwendigen Kulissen und modernster Technik. Die Themen reichen von klassischen Geistergeschichten über Horrorfarmen bis zu Science-Fiction-Szenarien.
Der Tag des Spukhauses wurde ins Leben gerufen, um die Arbeit all jener zu würdigen, die mit Kreativität, handwerklichem Geschick und Sinn für Nervenkitzel solche Orte gestalten. Gleichzeitig soll er dazu ermutigen, Gruselattraktionen auch für wohltätige Zwecke zu nutzen. Manche Betreiber spenden ihre Einnahmen an lokale Hilfsorganisationen oder Schulen.
Auch in Deutschland haben sich ähnliche Konzepte etabliert. So veranstaltet der Movie Park Germany jedes Jahr im Herbst das Halloween Horror Festival mit detailreich gestalteten Labyrinthen, Schauspielern und thematischer Beleuchtung. Der Europa-Park in Rust setzt mit seinem Abend-Event Traumatica – Festival of Fear auf ein vergleichbares Format. In mehreren aufwendig inszenierten Horrorhäusern begegnen Besucher düsteren Gestalten und aufwändigen Spezialeffekten. Beide Parks ziehen während der Halloween-Saison ein großes Publikum an und zeigen, dass die Faszination für Grusel und Adrenalin längst über den Atlantik hinausgewachsen ist.
Der Reiz bleibt derselbe: Für einen Moment in eine andere Welt einzutauchen, das Herz schneller schlagen zu spüren und dann erleichtert zu lachen, weil alles nur Schein war. Der Tag des Spukhauses erinnert daran, dass sich Angst und Vergnügen manchmal auf erstaunliche Weise verbinden.
