Am 14. Januar 2016 starb der britische Schauspieler und Theaterregisseur Alan Rickman an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er wurde 69 Jahre alt. Rickman hinterließ ein reiches Erbe an Theater-, Film- und Fernsehrollen, die seine enorme Bandbreite und sein Charisma zeigten.
Rickman wurde am 21. Februar 1946 in London geboren und entdeckte schon früh seine Leidenschaft für Kunst und Schauspiel. Er studierte Grafikdesign am Chelsea College of Art and Design und gründete eine eigene Firma, bevor er sich mit 26 Jahren an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) einschrieb. Dort erhielt er eine klassische Schauspielausbildung und wurde Mitglied der Royal Shakespeare Company.
Sein Durchbruch kam 1987, als er den skrupellosen Verführer Vicomte de Valmont in der Bühnenadaption von “Gefährliche Liebschaften” spielte, für die er eine Tony-Award-Nominierung erhielt. Im folgenden Jahr gab er sein Filmdebüt als der elegante und böse Hans Gruber in “Stirb langsam”, einer Rolle, die ihn zum Star machte und die Maßstäbe für Leinwandbösewichte setzte.
Rickman spielte jedoch nicht nur Schurken, sondern auch eine Vielzahl von anderen Charakteren, sowohl tugendhaft als auch schelmisch. Er berührte die Herzen der Zuschauer als romantischer Geist Jamie in “Wie verrückt und aus tiefstem Herzen” (1990) und als nobler Colonel Brandon in “Sinn und Sinnlichkeit” (1995). Unvergessen auch seine Rolle als Sheriff von Nottingham in „Robin Hood – König der Diebe“. Er beeindruckte mit seiner Darstellung des irischen Politikers Éamon de Valera in “Michael Collins” (1996) und des russischen Mystikers Rasputin in “Rasputin: Dark Servant of Destiny” (1996), für die er einen Emmy Award gewann. Er bewies seinen Sinn für Humor in Filmen wie “Dogma” (1999), “Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall” (1999) und “Per Anhalter durch die Galaxis” (2005).
Alan Rickman wurde einer neuen Generation von Zuschauern vor allem durch seine Rolle als Severus Snape in der Filmreihe Harry Potter bekannt. Mit feiner Nuancierung verlieh er dem zwielichtigen Zauberer eine ungewöhnliche Tiefe und Ambivalenz, die Snape zu einer der prägendsten Figuren der Saga machte. Parallel dazu war Rickman in sehr unterschiedlichen Produktionen zu sehen, darunter Tatsächlich… Liebe, Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street und Alice im Wunderland.
Neben seiner Schauspielarbeit trat Rickman auch als Regisseur hervor. Er inszenierte die Spielfilme The Winter Guest und Die Gärtnerin von Versailles sowie das Theaterstück My Name Is Rachel Corrie, für das er mit dem Theatregoers’ Choice Award als bester Regisseur ausgezeichnet wurde.
Privat war Rickman seit 1965 mit der Politikerin und Universitätsdozentin Rima Horton verbunden; 2012 heiratete das Paar. Darüber hinaus engagierte er sich zeitlebens für soziale und politische Anliegen. Er unterstützte die Labour Party und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.
Rickman war ein einzigartiger und unvergesslicher Künstler, der seine Fans und Kollegen mit seiner Stimme, seinem Talent und seiner Persönlichkeit verzauberte. Für Besserwisser hier einige seiner interessantesten Zitate:
- Geschichten erzählt zu bekommen ist ein menschliches Bedürfnis. Je mehr wir von Idioten regiert werden und keine Kontrolle über unser Schicksal haben, desto wichtiger ist es, dass wir uns gegenseitig Geschichten darüber erzählen, wer wir sind, warum wir sind, wo wir her kommen und was möglich ist.
- Talent ist ein Glücksgriff der Gene – und bringt Verantwortung mit sich.
- Ich bin immer sehr bewusst, dass ich Teil eines Teams bin. Ich bin nicht daran interessiert, ein Star zu sein.
- Schauspieler sind die Agenten der Veränderung. Ein Film, ein Theaterstück, ein Musikstück oder ein Buch können einen Unterschied machen. Sie können die Welt verändern.
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