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30. April 2026 – Bugs Bunny-Tag

Der Bugs-Bunny-Tag (National Bugs Bunny Day) erinnert jedes Jahr am 30. April an eine der bekanntesten Figuren der amerikanischen Zeichentrickgeschichte.

Der Bugs-Bunny-Tag (National Bugs Bunny Day) erinnert jedes Jahr am 30. April an eine der bekanntesten Figuren der amerikanischen Zeichentrickgeschichte. Das Datum ist allerdings erklärungsbedürftig. Am 30. April 1938 kam der Warner-Bros.-Kurzfilm Porky’s Hare Hunt in die Kinos. Darin jagt Porky Pig ein wildes, überdrehtes Kaninchen, das bereits einige Züge jener Figur trägt, die später als Bugs Bunny weltberühmt werden sollte. Der Hase war frech, schnell, schwer zu fassen und dem Jäger geistig überlegen. Er war aber noch nicht der Bugs Bunny, den das Publikum heute kennt.

Der eigentliche Bugs Bunny entstand erst in mehreren Schritten. In den späten dreißiger Jahren experimentierten die Zeichner und Regisseure der Warner-Studios mit verschiedenen Hasenfiguren. Sie suchten nach einem Gegenstück zu den Jägern, Autoritäten und Aufschneidern, die in den kurzen Zeichentrickfilmen regelmäßig vorgeführt wurden. Die Figur wurde dabei immer präziser: schlauer, gelassener, selbstbewusster. Aus dem hektischen Störenfried wurde ein Charakter, der seine Gegner nicht einfach überrannte, sondern sie mit Sprache, Timing und Überlegenheit aus dem Konzept brachte.

Als erster offizieller Auftritt des fertigen Bugs Bunny gilt der Kurzfilm A Wild Hare, der am 27. Juli 1940 veröffentlicht wurde. Regie führte Tex Avery, produziert wurde der Film von Leon Schlesinger für Warner Bros. In diesem Film begegnet Bugs Bunny dem Jäger Elmer Fudd in einer Form, die bereits fast alle später typischen Merkmale enthält: die lässige Haltung, das Spiel mit der Verfolgung, die überlegene Ruhe und den berühmten Satz „What’s up, Doc?“. Auch Mel Blancs Stimme prägte von hier an den Ton der Figur. A Wild Hare wurde ein großer Erfolg und erhielt sogar eine Oscar-Nominierung als bester animierter Kurzfilm.

Dass der Gedenktag dennoch auf den 30. April fällt, zeigt, wie unscharf die Anfänge populärer Figuren manchmal sind. Bugs Bunny wurde nicht an einem einzigen Tag erfunden. Er wuchs aus früheren Ideen, Skizzen, Stimmen, Gags und Regieentscheidungen heraus. Der 30. April steht deshalb eher für den Beginn der Entwicklung, während der 27. Juli 1940 das Datum des ausgereiften Auftritts markiert. Für einen Gedenktag ist diese Unterscheidung wichtig, denn sie verhindert die bequeme, aber falsche Verkürzung.

Bugs Bunny wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einer Schlüsselfigur der Looney Tunes und Merrie Melodies. Sein Humor beruhte nicht nur auf Slapstick, sondern auf Haltung. Er war selten derjenige, der einen Konflikt begann. Meist wurde er gestört, verfolgt oder unterschätzt. Dann drehte er die Situation um. Gerade diese Struktur machte ihn für Generationen von Zuschauern attraktiv. Bugs Bunny war kein braver Held, sondern ein Trickster: jemand, der Macht, Dummheit und Überheblichkeit mit Witz unterlief.

Zu seinem Erfolg trug auch bei, dass die Warner-Cartoons anders funktionierten als viele frühe Zeichentrickfilme. Sie waren schneller, lauter, respektloser und stärker auf Pointen gebaut. Musik, Dialog, Schnitt und Übertreibung griffen eng ineinander. Bugs Bunny passte perfekt in diese Welt. Er konnte Opern parodieren, Western zerlegen, Märchen durcheinanderbringen und Filmgenres auf den Kopf stellen. Seine Auftritte funktionierten für Kinder, aber viele Anspielungen richteten sich ebenso an Erwachsene.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Bugs Bunny auch Teil der amerikanischen Populärkultur im engeren Sinn. Wie andere Zeichentrickfiguren trat er in Filmen auf, die Propaganda, Unterhaltung und Zeitgeist miteinander verbanden. Später wanderte er vom Kino ins Fernsehen, wurde wiederholt neu vermarktet und blieb trotzdem erkennbar. Seine Figur überstand wechselnde Zeichenstile, neue Medien und veränderte Sehgewohnheiten, weil ihr Kern einfach und stark war: Bugs Bunny bleibt ruhig, wenn andere die Kontrolle verlieren.

Der Bugs-Bunny-Tag ist deshalb mehr als eine Erinnerung an eine Zeichentrickfigur. Er verweist auf die Kunst des kurzen Animationsfilms, auf die Werkstattarbeit großer Studios und auf eine Form von Humor, die Präzision braucht. Bugs Bunny wirkt leicht, aber diese Leichtigkeit war das Ergebnis genauer Arbeit. Timing, Stimme, Gesichtsausdruck und Bewegung mussten exakt zusammenpassen, damit aus einem sprechenden Hasen eine Figur mit eigener Persönlichkeit wurde.

Am 30. April lohnt sich daher ein genauer Blick auf den Anfang. Nicht, weil an diesem Tag der fertige Bugs Bunny plötzlich da war, sondern weil hier eine Entwicklung sichtbar wird. Aus einem frühen, noch rohen Cartoon-Hasen wurde innerhalb weniger Jahre eine der dauerhaftesten Figuren der Filmgeschichte. Bugs Bunny ist bis heute erkennbar an einer Karotte, einem schiefen Lächeln und einem Satz, der längst selbst Teil der Popkultur geworden ist.

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