Jedes Jahr am 22. Mai wird weltweit auf eine der gefährlichsten Schwangerschaftskomplikationen aufmerksam gemacht: die Präeklampsie. Der Welt-Präeklampsie-Tag will über Symptome, Risiken und Präventionsmöglichkeiten informieren und dazu beitragen, Leben zu retten. Denn obwohl medizinisch gut erforscht, wird Präeklampsie in vielen Fällen zu spät erkannt oder unterschätzt.
Präeklampsie ist eine Erkrankung, die typischerweise nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind schwerwiegende Folgen haben kann. Häufig äußert sie sich durch erhöhten Blutdruck und eine auffällige Eiweißausscheidung im Urin. Weitere Anzeichen können Schwellungen, Sehstörungen, starke Kopfschmerzen oder Schmerzen im Oberbauch sein. Da einige dieser Symptome auch in gesunden Schwangerschaften auftreten können, wird die Gefahr oft nicht sofort erkannt. Genau hier setzt der Gedenktag an: Er möchte Betroffene, Angehörige und medizinisches Personal für Warnzeichen sensibilisieren und dazu ermutigen, offen über Sorgen und körperliche Veränderungen zu sprechen.
Weltweit ist Präeklampsie eine der Hauptursachen für mütterliche Sterblichkeit und Frühgeburten. In etwa fünf bis zehn Prozent aller Schwangerschaften kommt es zu entsprechenden Symptomen. Besonders häufig betroffen sind Erstgebärende, Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften sowie Schwangere mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen. Auch eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen.
Die moderne Geburtshilfe bietet heute gute Möglichkeiten, Präeklampsie frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Blutdruckkontrollen und bei Risikopatientinnen auch präventive Maßnahmen wie die Einnahme niedrig dosierter Acetylsalicylsäure können dazu beitragen, Komplikationen zu vermeiden. Entscheidend ist jedoch die rechtzeitige Wahrnehmung und ernsthafte Einschätzung möglicher Symptome durch medizinisches Personal und durch die Betroffenen selbst.
In Deutschland engagieren sich Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und Institutionen wie die European Foundation for the Care of Newborn Infants (EFCNI) für mehr Bewusstsein und umfassende Aufklärung. Auch Hebammenverbände und Elterninitiativen nutzen den Tag, um über soziale Medien, Online-Vorträge oder Beratungsangebote auf das Thema aufmerksam zu machen.

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