Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes und gehört neben Weihnachten und Ostern zu den Hauptfesten des christlichen Kirchenjahres. Es wird 50 Tage nach Ostern gefeiert. Der Name geht auf das griechische Wort pentēkostē zurück, das „der fünfzigste Tag“ bedeutet.
Die Grundlage des Festes findet sich in der Apostelgeschichte. Dort sind die Anhänger Jesu in Jerusalem versammelt, als ein Brausen den Raum erfüllt und etwas erscheint, das wie Feuerzungen beschrieben wird. Die Anwesenden beginnen, in verschiedenen Sprachen zu sprechen; Menschen aus unterschiedlichen Regionen können sie verstehen. In der christlichen Überlieferung ist dies der Moment, in dem die Botschaft Jesu über den engsten Kreis seiner Anhänger hinausgetragen wird.
Aus diesem Grund gilt Pfingsten als Gründungstag der Kirche. Das Fest erinnert nicht an die Geburt oder Auferstehung Jesu, sondern an den Beginn der öffentlichen Verkündigung. Seine zentralen Bilder sind Wind und Feuer: Zeichen für Bewegung, Kraft und eine Verständigung, die Sprachgrenzen überwindet.
Besonders anschaulich wird diese Symbolik jedes Jahr im Pantheon in Rom. Das antike Bauwerk ist seit dem frühen 7. Jahrhundert die Kirche Santa Maria ad Martyres. Am Pfingstsonntag lassen Feuerwehrleute nach der Messe Tausende rote Rosenblätter durch den Oculus, die rund neun Meter breite Öffnung in der Kuppel, in den Innenraum hinabregnen. Die Blütenblätter erinnern an die Feuerzungen der biblischen Erzählung. Aus einem abstrakten theologischen Gedanken wird für wenige Minuten ein sichtbares Ereignis.
Auch in Deutschland ist Pfingsten weiterhin im öffentlichen Leben präsent, vor allem durch den bundesweit gesetzlichen Feiertag am Pfingstmontag. Viele ältere Bräuche sind dagegen nur noch regional bekannt, etwa Pfingstritte, Pfingstfeuer oder das Schmücken mit frischem Grün.
Pfingsten erzählt von einer Gemeinschaft, die erst durch Verständigung entsteht. Der Rosenregen in Rom bringt diese Vorstellung auf eine einfache Weise zum Ausdruck: Etwas kommt in Bewegung, wird sichtbar und erreicht alle, die darunter stehen.
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