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12. Juni 2026 – Herz-Jesu-Fest

Das Herz-Jesu-Fest gehört zu den beweglichen Hochfesten der katholischen Kirche. Es wird am Freitag der zweiten Woche nach Pfingsten gefeiert, acht Tage nach Fronleichnam.

Das Herz-Jesu-Fest gehört zu den beweglichen Hochfesten der katholischen Kirche. Es wird am Freitag der zweiten Woche nach Pfingsten gefeiert, acht Tage nach Fronleichnam. Im Mittelpunkt steht nicht ein einzelnes Ereignis aus dem Leben Jesu, sondern seine Liebe zu den Menschen, für die das Herz als Sinnbild steht.

Die Darstellung des Herzens Jesu ist in katholischen Kirchen, auf Andachtsbildern und in Hausaltären weit verbreitet. Meist erscheint es von einer Dornenkrone umgeben, von einer Lanze verwundet und von Flammen gekrönt; häufig steht darüber ein Kreuz. Die einzelnen Elemente erinnern an die Passion Christi, zugleich aber auch an seine Barmherzigkeit und Hingabe. Die Bildsprache wirkt aus heutiger Sicht bisweilen ungewohnt, war jedoch besonders im 18. und 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil der Volksfrömmigkeit.

Die Ursprünge der Herz-Jesu-Verehrung reichen bis ins Mittelalter zurück. Mystiker wie Gertrud von Helfta und Mechthild von Magdeburg beschäftigten sich mit dem Herzen Jesu als Zeichen der göttlichen Liebe. Entscheidend für die spätere Verbreitung waren die Visionen der französischen Ordensfrau Margareta Maria Alacoque. Zwischen 1673 und 1675 berichtete sie im burgundischen Kloster Paray-le-Monial von Erscheinungen Christi, in denen sie zur besonderen Verehrung seines Herzens aufgefordert worden sei. Unterstützung erhielt sie durch den Jesuiten Claude de la Colombière. Vor allem die Jesuiten trugen dazu bei, dass sich die Herz-Jesu-Frömmigkeit in vielen Ländern verbreitete.

Papst Pius IX. führte das Herz-Jesu-Fest 1856 für die gesamte katholische Kirche ein. Ergänzend entwickelten sich die Herz-Jesu-Freitage: Der erste Freitag eines Monats ist traditionell Gebet, Beichte und Eucharistie gewidmet. Zahlreiche Kirchen, Klöster und soziale Einrichtungen tragen bis heute den Namen Herz Jesu.

Besonders sichtbar wird die Tradition in Tirol und Teilen Südtirols. Dort werden am Wochenende nach dem Fest auf Berghängen Feuer entzündet, die häufig Kreuze oder Herzformen bilden. Der Brauch erinnert an das Herz-Jesu-Gelöbnis von 1796. Damals vertrauten die Tiroler Landstände ihr Land angesichts der drohenden Kämpfe mit französischen Truppen dem Herzen Jesu an. Die Feuer sind seither nicht nur ein religiöses Zeichen, sondern auch ein Teil regionaler Identität.

Das Herz-Jesu-Fest ist kein gesetzlicher Feiertag. Innerhalb der katholischen Liturgie besitzt es jedoch den Rang eines Hochfestes und erinnert an einen Gedanken, der hinter der oft symbolreichen Tradition leicht übersehen wird: Barmherzigkeit soll nicht nur verehrt, sondern im Alltag sichtbar werden.

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