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15. Juni 1843 – Geburtstag Edvard Grieg

Edvard Grieg (1843-1907) war einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik und der bekannteste Vertreter der norwegischen Musikgeschichte.

Edvard Grieg (1843-1907) war einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik und der bekannteste Vertreter der norwegischen Musikgeschichte. Seine Werke sind geprägt von der Liebe zu seiner Heimat, der Begeisterung für die Volksmusik und dem Streben nach einem eigenen musikalischen Ausdruck.

Grieg wurde als viertes von fünf Kindern am 15. Juni 1843 in Bergen geboren, einer Stadt an der Westküste Norwegens, die damals ein wichtiges Handels- und Kulturzentrum war. Seine Mutter war eine begabte Pianistin und Dichterin, die ihm den ersten Klavierunterricht gab. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann und britischer Konsul, dessen Vorfahren aus Schottland stammten. Grieg zeigte schon früh ein großes musikalisches Talent und komponierte seine ersten Stücke im Alter von neun Jahren.

Mit 15 Jahren wurde er auf Empfehlung des berühmten Geigers und Volksmusikers Ole Bull nach Leipzig geschickt, um am dortigen Konservatorium zu studieren. Dort lernte er die Werke der großen deutschen Meister wie Bach, Beethoven und Schumann kennen, aber auch die neuesten Strömungen der europäischen Musik wie die Opern von Wagner und die Lieder von Schubert. Grieg schloss sein Studium mit Auszeichnung ab, litt aber unter einer schweren Lungenentzündung, die ihn sein Leben lang beeinträchtigte.

Nach seinem Studium kehrte er nach Norwegen zurück und widmete sich vor allem der Förderung der skandinavischen Musik. Er gründete eine Musikgesellschaft in Oslo (damals Christiania), die regelmäßig Konzerte mit Werken von norwegischen, schwedischen und dänischen Komponisten veranstaltete. Er selbst trat als Pianist, Dirigent und Lehrer auf und schrieb zahlreiche Kompositionen für Klavier, Gesang, Kammermusik und Orchester.

Griegs Musik ist stark von der norwegischen Volksmusik inspiriert, die er auf seinen Reisen durch das Land sammelte. Er verwendete typische Melodien, Rhythmen und Harmonien aus den Volksliedern und Tänzen und verband sie mit einem romantischen Klangbild und einer individuellen Ausdrucksweise. Er schuf damit einen unverwechselbaren Stil, der sowohl national als auch universal war.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Peer-Gynt-Suiten, die er als Bühnenmusik zu dem gleichnamigen Drama von Henrik Ibsen schrieb. Die Suiten enthalten einige seiner populärsten Stücke wie die Morgenstimmung, Solveigs Lied oder In der Halle des Bergkönigs. Weitere berühmte Werke sind das Klavierkonzert in a-Moll, die Lyrischen Stücke für Klavier oder die Holberg-Suite für Streichorchester.

Grieg war zu Lebzeiten ein gefeierter Komponist, der durch ganz Europa reiste und seine Werke aufführte oder dirigierte. Er traf viele berühmte Persönlichkeiten wie Brahms, Tschaikowski oder Liszt, der ihn als den „Chopin des Nordens“ bezeichnete. Er lebte abwechselnd in Oslo und in seinem Landhaus Troldhaugen bei Bergen, wo er heute begraben ist.

Edvard Grieg gilt als einer der wichtigsten Vertreter des musikalischen Nationalismus im 19. Jahrhundert. Seine Musik ist ein Ausdruck seiner Liebe zu Norwegen und seiner Verbundenheit mit dem Volk. Er hat das musikalische Erbe seines Landes bewahrt und bereichert und einen bleibenden Beitrag zur Weltkultur geleistet.

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